Wirtschaft : Microsoft steigt bei Apple ein

Firmengründer Jobs mit dabei

BOSTON (AFP/dpa).Der Softwareriese Microsoft steigt mit 150 Mill.Dollar (283 Mill.DM) bei der angeschlagenen Computerfirma Apple ein und will künftig auch technisch mit ihr zusammenarbeiten.Dies gab Apple-Mitbegründer Steve Jobs am Mittwoch bei der Eröffnung der Fachmesse MacWorld in Boston bekannt.Zugleich kündigte er an, in die Führungsspitze von Apple zurückzukehren.Die Apple-Aktie machte daraufhin einen Kurssprung von über 30 Prozent.Microsoft-Werte gaben leicht nach. Microsoft habe sich verpflichtet, seine Apple-Anteile mindestens drei Monate lang zu halten, sagte Jobs.Im Gegenzug werde Apple in den nächsten fünf Jahren Software des Weltmarktführers und einstigen Rivalen Microsoft für seine Computer verwenden.Beide Firmen wollen überdies Lizenzen austauschen.Er selbst werde als Mitglied des Verwaltungsrats wieder an der Leitung der Firma beteiligt sein, kündigte Jobs an. Der Computerpionier, der Apple bisher nur noch als Berater zur Verfügung gestanden hatte, ist damit eines von insgesamt vier "neuen" Gesichtern in dem sechsköpfigen Gremium.Neben Jobs werden Oracle-Chef Larry Ellison, der Ex-Finanzdirektor von IBM und des Autoherstellers Chrysler, Jerry Work, sowie der Direktor des Softwareherstellers Intuit, Bill Campbell, neue Mitglieder des Verwaltungsrats.Von den bisherigen Mitgliedern des Verwaltungsrates bleiben nur Ed Woolard, Präsident des Chemieriesen DuPont, und Gareth Chang, Präsident des Waffenherstellers Hughes International. Apple hatte schon im Vorfeld der Messe eine Neuheit angekündigt.Der Produzent will mit dem schnellsten Personalcomputer, den der Markt zu bieten hat, verunsicherte Kunden zurückgewinnen.Die neueste Version des "Power Macintosh 9600" verfügt über einen 350-Megahertz-Prozessor und arbeitet doppelt so schnell wie das erst ein Jahr alte Vorgängermodell. Branchenexperten erwarten von der Microsoft-Entscheidung eine Signalwirkung auch für andere Software-Entwickler, die sich in den vergangenen Jahren wegen des sinkenden Marktanteils zum Teil vom Macintosh abgewandt und nur noch Programme für Windows-PCs programmiert hatten.Microsoft profitiert nach Einschätzung der Experten ebenfalls von dem Geschäft, da mit der weiteren Existenz des Macintosh-Betriebssystems von Apple zumindest pro forma eine Alternative zu Windows besteht und somit die US-Kartellbehörden nicht weiter gegen Microsoft vorgehen können.

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