Wirtschaft : Microsoft strafft seine Konzernstruktur

Software-Hersteller will Google und Yahoo die Stirn bieten. Aus sieben Sparten werden drei

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Redmon/Düsseldorf Der Softwarehersteller Microsoft stellt sich komplett neu auf. Damit will sich das US-Unternehmen für den verschärften Wettbewerb mit den Internet-Firmen Google und Yahoo sowie dem erfolgreichen Linux-Betriebssystem rüsten. Wie Microsoft mitteilte, wird der Konzern gestrafft und nur noch in drei Sparten aufgeteilt. Bislang gibt es sieben Geschäftsbereiche.

Beobachter werten den Umbau als Zeichen, dass der Konzern die Bürokratie abbauen und die interne Kommunikation verbessern will. US-Medien hatten berichtet, dass der Konzern Manager verloren habe, weil sie mit der überbordenden Bürokratie unzufrieden gewesen seien. Zudem hieß es, die einzelnen Bereiche von Microsoft hätten zum Teil mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet.

Nun sollen die Entscheidungsprozesse beschleunigt werden. Gleichzeitig sollen auch die verantwortlichen Manager größeren Entscheidungsspielraum erhalten. Vorstandschef Steve Ballmer sagte, bislang seien viele Beschlüsse nur deswegen von ihm oder Firmengründer Bill Gates vorgelegt worden, weil es Überschneidungen zwischen den Geschäftsbereichen gegeben habe. Jetzt könnten die jeweiligen Sparten-Manager mehr Entscheidungen selbst treffen.

Seit dem Jahr 2000 war das Microsoft-Geschäft in sieben Bereichen organisiert. Künftig wird es in die Sparten „Products & Services“ mit der Verantwortung für das Betriebssystem Windows, „Büro- und Unternehmenssoftware“ sowie „Entertainment“ aufgeteilt.

Jede neue Sparte wird von einem eigenen Präsidenten geführt. So werden an der Spitze von Products & Services künftig Jim Allchin und Kevin Johnson stehen, wobei Allchin Ende nächsten Jahres in den Ruhestand geht. Der Bereich Büro- und Unternehmenssoftware wird von Jeff Raikes geleitet, die Sparte Entertainment ist der Verantwortung von Robbie Bach unterstellt. Eine neue wichtige Position gibt es zudem für Eric Rudder. Er soll direkt an Microsoft-Chairman Bill Gates berichten und ist für die Entwicklung der übergreifenden Strategie zuständig.

Analysten gehen davon aus, dass künftig vor allem der Bereich Entertainment aufgewertet wird. Wichtigstes Produkt dieser Sparte ist die Spielekonsole Xbox. Zudem zeigten sich Beobachter überzeugt, dass Microsoft auch künftig in Bewegung bleibt. „Das ist erst der Anfang“, urteilte Matt Rosoff vom Marktforschungsunternehmen Directions on Microsoft. Die Börse nahm die Nachricht über den Konzernumbau gestern zurückhaltend auf. Der Microsoft-Kurs fiel in New York um knapp ein Prozent auf 25,60 Dollar. HB

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