Wirtschaft : Microsoft: US-Softwarekonzern übertrifft alle Prognosen

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 ein unerwartet gutes Ergebnis vorgelegt und sowohl im asiatischen als auch im europäischen Handel kräftig zugelegt. Wie das Unternehmen aus Redmond am Mittwochabend nach US-Börsenschluss mitteilte, stieg das Ergebnis je Aktie (EPS) in den Monaten Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Cents auf 46 Cents. Analysten hatten mit 41 Cents gerechnet. An der Börse in Tokio stiegen die Aktien der Microsoft nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als zehn Prozent.

Der Nettogewinn belief sich den Angaben zufolge auf 2,58 Milliarden Dollar nach 2,19 Milliarden Dollar im Vorjahr. Für das zweite Quartal rechnet Microsoft mit einer Gewinn- und Umsatzsteigerung von mehr als zehn Prozent. Den Umsatz steigerte Microsoft um knapp acht Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Allerdings seien die Verkäufe im ersten Quartal vom schwachen Euro negativ beeinflusst worden. Ansonsten habe die Nachfrage im Rahmen der Erwartungen gelegen, hieß es weiter. Mit Blick auf ihr wichtigstes Produkt, das Betriebssystem Windows 2000, gab sich der weltweit größte Softwarehersteller zuversichtlich.

Analysten zeigten sich erleichtert, dass Microsoft angesichts der jüngsten Hiobsbotschaften der Branche keine bösen Überraschungen geboten habe. Am Markt habe es die Befürchtung gegeben, die Software-Schmiede könne die Prognosen nicht einhalten, sagte Scott McAdams, Präsident des Wertpapierhauses McAdams Wright Ragen. Bei den heute veröffentlichten Zahlen gebe es jedoch keine Schattenseiten.

Auch Microsoft-Finanzchef John Connors zog eine positive Bilanz. Die Umsätze seien etwas stärker gestiegen als ursprünglich erwartet und die Nettoausgaben gesunken. Das Quartalsergebnis leide allerdings unter dem schwachen Euro-Kurs und der daraus resultierenden schwächeren PC-Nachfrage nach Europa, da die zumeist in den USA hergestellten Geräte sich durch den Wechselkurs binnen Jahresfrist um 25 Prozent verteuert hätten.

Connors sagte, der Absatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sei ein Quelle von leichter Besorgnis. Die schwächere Nachfrage nach Personal Computern, für die Microsoft als Weltmarktführer für Betriebssysteme die Software liefert, sei allerdings erwartet worden, sagte der Finanzchef.

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