Wirtschaft : Microsoft wächst mit Windows und Office Softwarekonzern profitiert von höherem PC-Absatz

Maurice Shahd

Berlin - Der weltweit größte Softwarekonzern Microsoft hat Dank eines guten Geschäfts mit seinen Kernprodukten Betriebssysteme und Bürosoftware im vergangenen Quartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 9,29 Milliarden Dollar und der Gewinn um 81 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Börse reagierte enttäuscht, weil Analysten einen geringfügig höheren Gewinn pro Aktie erwartet hatten. Der Kurs der Microsoft-Aktie gab zu Handelsbeginn in New York leicht nach.

Die Reaktion der Börse zeigt, wie empfindlich die Märkte auf die Nachrichten der Technologiekonzerne reagieren. Jede nicht eindeutig positive Meldung wird mit Kursabschlägen quittiert. Nach Ansicht von Analysten befürchten viele Anleger, dass die Unternehmen ihre hohen Umsatz- und Gewinnsteigerungen der vergangenen Quartale nicht länger durchhalten können.

Um den eigenen Aktienkurs zu stützen, hat Microsoft am Mittwoch bekannt gegeben, in den kommenden vier Jahren 75 Milliarden Dollar an die eigenen Aktionäre auszuzahlen. Davon soll der Großteil über eine Sonderdividende von drei Dollar pro Aktie und eine höhere reguläre Dividende ausgeschüttet werden. 30 Milliarden Dollar sollen dazu verwendet werden, eigene Aktien zurückzukaufen. Der Rückkauf eigener Aktien verknappt das Angebot der Wertpapiere und wirkt daher tendenziell kurssteigernd.

Microsoft verfügt nach neuesten Angaben über einen Bargeldbestand von 60,6 Milliarden Dollar. Nach der Ausschüttung wird sich diese Reserve erheblich reduzieren, was wegen geringerer Zinseinnahmen den Gewinn des Konzerns leicht schmälern wird, sagte Microsoft-Finanzchef John Connors. Der Konzern machte im vergangenen Quartal den Großteil seines Umsatzes mit seinen wichtigsten Produkten Betriebssysteme (Windows) und Büroanwendungen (Office). Allein der Umsatz mit Bürosoftware stieg um fast 23 Prozent auf 2,88 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal. „Der Konzern profitiert vor allem vom steigenden Absatz mit Personal Computern, da die weitaus meisten Geräte mit Microsoft-Produkten ausgeliefert werden“, sagt Matthias Maus, Technologieexperte der ING BHF Bank. Der Markt für PCs war nach Schätzung des Marktforschungsinstituts Gartner im zweiten Quartal um 13 Prozent im Jahresvergleich gewachsen.

Fortschritte macht Microsoft auch in den neuen Geschäftssparten, die der Konzern als weitere Standbeine aufbaut. Dazu zählt Software für Handys, die Unterhaltungselektronik mit der Spielkonsole X-Box oder Anwendungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Im Geschäft mit dem Online-Dienst Microsoft Network (MSN) verbuchte der Konzern erstmals einen Gewinn. Der Umsatz stieg hier nur leicht auf 588 Millionen Dollar. In den kommenden Quartalen erwartet Microsoft-Finanzchef Connors vor allem steigende Einnahmen mit der neuen Version der X-Box, die 2005 auf den Markt kommen soll.

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