Wirtschaft : Middelhoffs neue Firma ist nicht zu finden Ex-Karstadt-Chef womöglich ein Blender

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Düsseldorf - Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, lautet eine Volksweisheit. Thomas Middelhoff würde wohl bestreiten, jemals die Unwahrheit gesagt zu haben, aber nach allem, was sich der ehemalige Arcandor-Chef in den vergangenen Jahren geleistet hat, ist die Öffentlichkeit skeptisch geworden, wann immer Middelhoff überhaupt etwas sagt. Journalisten des „Spiegel“ haben nun Middelhoffs Worte zu seinem neuem Coup auf die Goldwaage gelegt – und für zu leicht befunden. BT Capital heißt die Gesellschaft, die Middelhoff mit seinem chinesischen Geschäftspartner Bruno Wu gegründet hat – oder gegründet haben will, denn das Unternehmen hat weder eine funktionierende Internetseite, noch einen Eintrag im Handelsregister von Hongkong. Ob BT Capital nun „ein Job wie ein Lottogewinn“ ist, wie ihn Middelhoff beschreibt, oder doch nur eine Phantomfirma, lässt sich nicht abschließend aufklären. Middelhoff reagierte auf Anfragen nur unbestimmt.

Das schürt Misstrauen gegen Middelhoff, der sich noch immer als erfolgreicher Manager sieht und auch das Wort „Comeback“ für ungeeignet hält, seine Situation zu beschreiben. „Bei Bertelsmann ging ich im Zenit, und solange ich bei Arcandor war, gab es das Thema Insolvenz nicht“, sagte Middelhoff dem „Handelsblatt“ Mitte August. Trotzdem habe es hierzulande Menschen gegeben, die ihn als „out“ gestempelt hätten. „Es geht im deutschen Wirtschaftsleben härter und rücksichtsloser zu als in den meisten anderen Ländern“, sagte Middelhoff, der sie nie in Zusammenhang mit der Karstadt/Arcandor-Pleite gesehen hat.

Warum seine neue Firma BT Capital trotz des angeblichen Jahresumsatzes von zwei Milliarden Dollar so schwer zu finden ist, bleibt sein Geheimnis. BT steht übrigens für die Vornamen der Partner — Bruno und Thomas. Und nicht für Blender und Täuscher. HB

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