Wirtschaft : Miele-Waschmaschinen in aller Welt gefragt

Umsatz steigt auf Rekordniveau / Bosch-Siemens verhandelt weiter über das Berliner Werk

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Düsseldorf/Berlin – Der Hausgeräte-Konzern Miele hat das Geschäftsjahr 2005/06 Ende Juni mit einem Rekord abgeschlossen. Der Umsatz stieg nach Angaben des Unternehmens um rund zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. „Das ist der bisher höchste Wert der Unternehmensgeschichte“, sagte der für Finanzen und Controlling zuständige Geschäftsführer Horst Schübel. Dabei wuchs der Umsatz wie in den Vorjahren im Ausland stärker als im Inland.

Das Familienunternehmen aus Gütersloh erzielte auch im schwierigen Markt Deutschland ein Wachstum, jedoch fiel es mit 9,5 Prozent auf 751 Millionen Euro geringer aus als im Ausland, wo Miele ein Umsatzplus von knapp 14 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro verbuchte. Die höchsten Wachstumsraten habe es in Russland gegeben mit einem Plus von 65 Prozent auf rund 50 Millionen Euro.

Als reines Familienunternehmen macht Miele traditionell keine Angaben zur Ertragslage. Das Ergebnis sei aber sehr gut und parallel zum Umsatz gestiegen, sagte ein Sprecher lediglich.

Das internationale Geschäft will Miele weiter stärken. So prüft der für Marketing und Vertrieb zuständige Geschäftsführer Reto Bazzi eine eigene Vertriebsgesellschaft in Brasilien. Investiert wurden im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt 135 Millionen Euro und damit 13 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Wegen der guten Geschäftslage hat Miele auch die Zahl der Beschäftigten von 14 814 auf 15 019 gesteigert, vor allem im weltweiten Vertrieb. Im Inland ist die Zahl der Beschäftigten dagegen um rund ein Prozent gefallen. Hier läuft seit Februar 2005 ein Sparprogramm, das die Streichung von rund 1100 Stellen an den sechs Standorten im Inland vorsieht. Dagegen wird das noch kleine Werk in Tschechien ausgebaut. Hier montieren inzwischen 312 (Vorjahr: 214) Beschäftigte Randbereiche des Waschmaschinen-Programms.

Miele wertet die guten Zahlen als Bestätigung der Geschäftspolitik, die auf Qualität und Langlebigkeit setze. Damit setzt sich das im oberen Preissegment angesiedelte Traditions-Unternehmen deutlich von der allgemeinen Hausgeräte-Branche ab, die über Kaufzurückhaltung und Preisverfall in Deutschland klagt. Nach Angaben des Branchenverbandes ZVEI ist der Umsatz der deutschen Hausgeräteindustrie 2005 im Inland um rund zwei Prozent gesunken.

Der nach eigenen Angaben in Deutschland führende Anbieter Bosch-Siemens erzielte im Heimatmarkt lediglich ein Umsatzplus von einem Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Über die Zukunft des Berliner Waschmaschinenwerks der Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) wird in dieser Woche entschieden. Der Betriebsrat konnte gerichtlich durchsetzen, dass die Geschäftsführung des Werks die Verhandlungen nicht für gescheitert erklären darf und nun über weitere Fortführungskonzepte der Arbeitnehmer verhandelt. Der Betriebsrat ist laut seines Chefs Güngör Demirci zu Eingeständnissen bei Lohn und Arbeitszeit bereit. Dafür fordern sie Arbeitsplatzgarantien von vier bis fünf Jahren für die 570 betroffenen Mitarbeiter. gil(HB)/stv

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