MILCH UND BUTTER : Aufschlag von 50 Prozent

Im Juli mussten Verbraucher für den Liter Vollmilch 7,8 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Bei der Butter gab es sogar Preisaufschläge von bis zu 50 Prozent auf 1,19 Euro pro Päckchen. Die höheren Milch- und Butterpreise sind Folge der weltweit gestiegenen Nachfrage. Ein Grund dafür ist nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle der Landwirtschaft (ZMP) die wachsende Weltbevölkerung. Inzwischen seien die Lagerbestände von Butter und Magermilchpulver in Europa vollständig abgebaut, die es wegen der Überproduktion in der Vergangenheit gegeben hatte, sagt ZMP-Expertin Monika Wohlfahrt. Obwohl sich in Deutschland bereits seit Anfang des Jahres ein Anstieg beim Milchpreis abgezeichnet habe, schlage er sich erst jetzt in den Preisen nieder. Das liegt an den Verträgen, die im halbjährlichen bis jährlichen Rhythmus zwischen Molkereien und Handel abgeschlossen werden, erklärt ZMP-Milchmarktexperte Reinhard Schoch. Erst bei den jüngsten Verhandlungen konnten die Molkereien einen höheren Preis durchdrücken. Darüber hinaus verhindert die Milchquotenregelung, dass die Landwirte entsprechend der Nachfrage reagieren und die Milchproduktion erhöhen. Diese Mengenbeschränkung in der EU läuft erst im Jahr 2015 aus.

Auch höhere Futterpreise für Kühe haben zu gestiegenen Preisen beigetragen. Viele Bauern verkaufen ihre Erzeugnisse lieber an Bioenergieerzeuger. Bekommt eine Kuh weniger Kraftfutter, ist der Fettgehalt in der Milch geringer. Dann kann aus der gleichen Menge Milch weniger Butter erzeugt werden. koh

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