Wirtschaft : Milchbauern und Industrie verhandeln Verbrauchern drohen Preiserhöhungen

Düsseldorf - Nach mehrtägigen Boykottaktionen verhandeln Milchbauern und Industrie seit Sonntag über ein Ende des Lieferstopps. Dennoch kündigten die Landwirte für den heutigen Montag einen bundesweiten Aktionstag an. Der Milchindustrieverband (MIV) hatte am Tag zuvor Kontakte zum Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) und zum Deutschen Bauernverband (DBV) aufgenommen und auch versucht, Vertreter des Handels und des Bundeslandwirtschaftsministeriums an den Verhandlungstisch zu bekommen.

Sollte sich der Handel zu einer Verbraucherpreiserhöhung durchringen, würde die Industrie die höheren Einnahmen an die Landwirte weiterreichen, sicherte MIV-Geschäftsführer Eckard Heuser in einem Hörfunkinterview zu. Nach Angaben der Milchbauern kommt inzwischen mehr als 70 Prozent der normalerweise gelieferten Menge nicht mehr bei den Molkereien an. Es beteiligten sich demnach fast alle 32 000 BDM-Mitgliedsbetriebe. An vielen Standorten des Lebensmitteleinzelhandels mache sich der Boykott mittlerweile bemerkbar, erklärte der BDM.

Dabei hatte nicht der Lieferstopp der Milchbauern zur Gesprächsbereitschaft der Industrie geführt, sondern die immer zahlreicheren Blockaden der Landwirte vor den Molkereien. „Sollten diese gesetzwidrigen Blockaden anhalten, ist die Versorgung der Verbraucher mit Milchprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel nicht mehr gewährleistet“, heißt es in einer Stellungnahme des MIV.

Mit dem Lieferstopp wollen die Landwirte einen Milchpreis von 43 Cent pro Liter durchsetzen. Derzeit erhalten sie nach eigenen Angaben maximal 35 Cent. Der Boykott hatte am Dienstag der vergangenen Woche begonnen. ire (HB)

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