MILLENNIUM-ZIELE : Notgipfel im September

Die Millennium-Ziele hat eine Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 2000 festgelegt, um die Armut in der Welt messbar zu reduzieren. So soll bis 2015 die Zahl der Menschen halbiert werden, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen. Ferner soll die Kindersterblichkeit um zwei Drittel sinken, und alle Kinder der Welt sollen mindestens eine Grundschulausbildung erhalten. Auch soll die weitere Zunahme von Aids und Malaria gestoppt werden. Die Ziele hat ein Wissenschaftlergremium unter Leitung des US-Ökonomen Jeffrey Sachs erarbeitet.

Jetzt ist Halbzeit, und die Ziele drohen verfehlt zu werden. Insbesondere in Afrika südlich der Sahara seien die Fortschritte nicht ausreichend, rechnet die von Bono gegründete Hilfsorganisation Data vor. Zwar sei weltweit der Anteil extrem armer Menschen zwischen 1990 und 2004 von 32 auf 20 Prozent gefallen. Doch südlich der Sahara sei der Anteil nur von 47 auf 41 Prozent gesunken, also viel langsamer. Ähnliche Ungleichgewichte zwischen Afrika und dem Rest der Welt zeigen sich auch bei der Bildung, dem Status von Frauen und der Kindersterblichkeit: 1990 starben Data zufolge weltweit im Schnitt 106 von 1000 Kindern unter fünf Jahren, 15 Jahre später waren es 83. In Afrika südlich der Sahara ging die Kindersterblichkeit aber im selben Zeitraum nur von 185 auf 166 je 1000 Kinder zurück. Die Veränderung sei „allenfalls ein kleiner Schritt“, kritisiert Data. Die Besorgnis teilen alle Experten. Jeffrey Sachs fordert einen Aktionsplan, und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat für den 25. September ein Gipfeltreffen einberufen, um die Verfolgung der Millennium-Ziele zu forcieren. mod

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