Wirtschaft : Milliarden-Verträge bei China-Besuch - Chemieriesen Bayer und BASF planen Großinvestitionen

Beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder in China werden Abkommen über Investitionen in Höhe von knapp sechs Milliarden Mark unterschrieben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Peking sind es Vereinbarungen der Konzerne BASF und Bayer über den Bau von Chemieanlagen. Außerdem will der VW-Konzern gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern in den kommenden Jahren Investitionen von mehreren Milliarden Mark in China tätigen, wie VW-Chef Ferdinand Piëch anlässlich eines Besuchs Schröders bei VW in Schanghai sagte.

Die Unterzeichnungszeremonie für den Bau der Chemieanlagen ist am Donnerstag während des Treffens von Schröder und Ministerpräsident Zhu Rongji in der Großen Halle des Volkes geplant. Die Vereinbarung über den lange geplanten Fabrikkomplex von BASF in Nanjing mit einem Investitionsvolumen von etwa fünf Milliarden Mark sei erst in letzter Minute in das Programm aufgenommen worden, verlautete aus Unternehmerkreisen.

Die chinesische Seite habe es "komisch und ungewöhnlich" gefunden, "dass nichts unterschrieben wird", sagte ein Wirtschaftsvertreter nach einem Kontakt mit dem Außenministerium in Peking. Außer der chinesischen Seite habe auch die deutsche Wirtschaft Interesse an den Vertragsunterzeichnungen gezeigt, die eigentlich nicht geplant waren. Nach Angaben aus chinesischen Quellen werden die Pläne und Studien für die Durchführung des Projekts in Nanjing unterschrieben, die der Regierung zur Bewilligung eingereicht werden. BASF-Vertreter in Peking äußerten sich auch auf mehrfache Nachfrage nicht dazu.

Das Joint Venture mit BASF soll Substanzen zur Herstellung von Kunststoffen produzieren. Partner sind die Yangzi Petrochemical Corporation (YPC) und die China Eastern United Petrochemical (Group) Co Ltd. BASF ist der größte Chemie-Investor in China und trägt die Hälfte des Investitionsvolumens von 2,6 Milliarden Dollar.

Bei der Zeremonie unterzeichnet Bayer eine Absichtserklärung mit der Schanghai Chlorakali Company für den Bau einer Fabrik für Kunststoff, berichtete das Unternehmen. Es geht um eine Anlage auf internationalem Niveau für die Herstellung von Polycarbonat, das beispielsweise für Wasserflaschen eingesetzt wird. Die Anlage mit einem Wert von 450 Millionen Dollar soll im Jahr 2003 die Produktion aufnehmen.

Bayer betreibt zwölf Gemeinschaftsunternehmen in China. Im vorigen Jahr verkaufte das Unternehmen erstmals Produkte im Wert von mehr als einer Milliarde Mark auf dem chinesischen Markt. Trotz der Asienkrise sei das Niveau 1998 gehalten worden. In den vergangenen acht Jahren sei Bayer in China jährlich im Schnitt um 15 Prozent gewachsen.

Was die Großinvestitionen von Volkswagen in China betrifft, so werden sie, wie der VW-Chef sagte, für neueste Produkt- und Fertigungstechnik benötigt. Mit ihnen wolle sich Volkswagen im chinesischen Markt behaupten und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Zur Zeit werden in Schanghai zwei Santana-Modelle gebaut.

Das deutsch-chinesische Unternehmen wurde 1985 gegründet und produzierte bisher rund 1,38 Millionen Fahrzeuge. Ab 2000 werden die mehr als 2800 Beschäftigten auch die chinesische Version des Passat montieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll in Shanghai auch das speziell für den chinesischen Markt entwickelte neue Kompakt-Auto gebaut weden.

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