Milliardenbetrüger : Madoff kommt im Knast gut klar

Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte wurde Bernard Madoff in der letzten Woche zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis graviert er Türschilder und isst mit den Mithäftlingen. Bei denen scheint er gut anzukommen - nur sein Aussehen beschämt ihn.

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Bernard Madoff: "Als ich erstmals wieder in einen Spiegel schaute, bin ich vor mir selbst erschrocken." -Foto: dpa

BerlinBlechschilder statt Milliardengewinne: Der zu 150 Jahren Gefängnis verurteilte Finanzbetrüger Bernard Madoff graviert in der Haft Türschilder. Madoff war vergangene Woche in die Justizvollzugsanstalt der Kleinstadt Butner im Bundesstaat North Carolina gebracht worden. Das Gefängnis gilt unter den teils berüchtigten US-Knästen als vergleichsweise besserer Haftort, Personal und medizinische Einrichtungen gelten als vorbildlich.

„Er passt hier perfekt hin und hat mit niemandem Probleme“, sagte ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Butner der „New York Post“. Der 71-Jährige Madoff arbeite täglich sieben Stunden in einer Werkstatt und stelle Gravuren her. Der Häftling fertige Namensschilder für Türen und Schreibtische. Die Arbeit beginne für den Milliardenbetrüger täglich um sieben Uhr morgens, Feierabend sei um halb drei, sagte der Vollzugsbeamte weiter. Mit dem Geld, das Madoff in der Werkstatt verdiene, könne er sich im Gefängnisladen Lebensmittel kaufen und in seiner eigenen Zelle kochen. Bislang speise der frisch Verurteilte allerdings gemeinsam mit den anderen Gefangenen, teilte die Gefängnisleitung mit.

Problemlos ins Gefängnisleben eingefügt

Madoff scheint bei seinen Mithäftlingen anzukommen. Der 71-Jährige habe sich bisher problemlos ins Gefängnisleben eingefügt, berichteten Zeitungen unter Berufung auf Mithäftlinge. Anderen Insassen gegenüber habe sich Madoff allerdings beschämt über sein Aussehen geäußert: „Als ich erstmals wieder in einen Spiegel schaute, bin ich vor mir selbst erschrocken. Ich hatte mich vier Monate nicht selbst gesehen und hatte überall Haare“, soll der Finanzkriminelle geklagt haben.

Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte war Madoff Ende Juni in New York zur Höchststrafe verurteilt worden. Der Ex-Börsenmakler hatte über Jahrzehnte hinweg mit einem 65 Milliarden Dollar schweren Schneeballsystem weltweit tausende Anleger geprellt. Zu seinen Opfern zählten Banken, prominente Privatleute, aber auch Wohltätigkeitsorganisationen. Madoff betonte bislang stets, alleine gehandelt zu haben, seine Familie habe nichts gewusst. (dpa/api)

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