Milliardenbetrug : Madoff: 173 Millionen im Schreibtisch versteckt

Er soll Anleger in aller Welt um 50 Milliarden US-Dollar geprellt haben. Der Skandal-Broker Bernard Madoff wollte einen Teil des Geldes noch schnell verteilen.

Madoff
Bernard Madoff -Foto: AFP

New York - Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte haben Ermittler im Schreibtisch des Wall-Street-Brokers Bernard Madoff rund 100 bereits unterzeichnete Schecks im Wert von mehr als 173 Millionen Dollar gefunden. Mit diesen habe der 70-Jährige unmittelbar vor seiner Festnahme Teile des in seiner Firma noch verblieben Geldes an Verwandte, Freunde und Mitarbeiter verteilen wollen, gab die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in New York bekannt.

Madoff hatte Mitte Dezember seinen Söhnen ein jahrzehntelanges gigantisches „Schneeball-System“ in einem Volumen von rund 50 Milliarden Dollar offenbart. Ihnen sagte er den Angaben zufolge damals auch, dass er die in seinem Unternehmen übrigen 200 bis 300 Millionen Dollar (219 Millionen Euro) an mehrere ausgewählte Personen verteilen wolle. Derzeit steht Madoff gegen eine millionenschwere Kaution in seinem New York Nobel-Appartement unter Hausarrest. Die Staatsanwaltschaft fordert Untersuchungshaft. Darüber will der zuständige Richter spätestens Anfang nächster Woche entscheiden.

Auch britische Behörden haben inzwischen Untersuchungen gestartet. Die Ermittler konzentrieren sich auf Madoffs Geschäfte und seine Opfer in Großbritannien. Die dortige Großbank HSBC etwa beziffert die Einbußen auf bis zu eine Milliarde Dollar (730 Millionen Euro), die Royal Bank of Scotland vermutet einen Schaden von 400 Millionen Pfund.

Derweil entlarvte die US-Finanzaufsicht SEC einen weiteren Anlagebetrüger in Philadelphia. Er soll rund 80 Investoren um etwa 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) gebracht haben. Joseph Forte habe seit 1995 mit Renditeversprechen von bis zu 37,9 Prozent um Investoren geworben, gleichzeitig aber an der Börse ständig Geld verloren, teilte die SEC mit. Forte habe angebliche Gebühren in Millionenhöhe für die Geldanlage in die eigene Tasche gesteckt. dpa/AFP

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