Wirtschaft : Milliardenübernahme im US-Pharmamarkt

Bristol-Myers Squibb kauft Biotechfirma.

New York - In der US-Pharmabranche kommt es erneut zu einer Milliardenfusion. Der Konzern Bristol-Myers Squibb übernimmt für 2,5 Milliarden Dollar (knapp zwei Milliarden Euro) Inhibitex und sichert sich damit ein erfolgversprechendes Medikament gegen Hepatitis C. Der Preis von 26 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von 163 Prozent auf den Inhibitex-Schlusskurs vom Freitag. Wie Bristol am Wochenende mitteilte, wird der Kauf den Gewinn wohl bis ins Jahr 2016 beeinträchtigen.

Pharmaunternehmen liefern sich gerade einen Wettlauf bei der Entwicklung von verträglicheren Medikamenten gegen Hepatitis C. Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Sie wird durch das Hepatitis-C-Virus verursacht und führt häufig zu einer chronischen Erkrankung. Erst im November kündigte der auf HIV-Behandlungen spezialisierte US-Hersteller Gilead Sciences an, für elf Milliarden Dollar die Biotechfirma Pharmasset zu übernehmen. Diese entwickelt ebenfalls Mittel gegen Hepatitis C. Damals schnellte der Kurs von Inhibitex in die Höhe, weil Investoren die Biotechfirma als nächstes Übernahmeziel sahen.

Experten erwarten, dass das Geschäft mit Medikamenten gegen Hepatitis C bis zum Jahr 2015 in den wichtigsten Märkten auf bis zu 16 Milliarden Dollar wächst.

Inhibitex’ Hoffnungsträger ist das Medikament INX-189, das die Phase II der klinischen Erprobung durchläuft. Bristol will es mit eigenen Produkten kombinieren, um einen neuen Therapieansatz anbieten zu können. Das Medikament soll oral verabreicht werden und besser verträglich sein. Bislang wird Hepatitis C mithilfe sogenannter Interferone behandelt, die injiziert werden müssen. Das sind Eiweiße, die dem Immunsystem im Kampf gegen Viren helfen sollen. Viele Patienten leiden aber bei der Behandlung unter grippeähnlichen Nebenwirkungen und brechen die Einnahme ab. Weltweit leiden etwa 180 Millionen Menschen an Hepatitis C. Ohne Behandlung kann die Krankheit Leberzirrhose oder Krebs auslösen.

Die US-Konzerne Johnson & Johnson sowie Merck & Co verkaufen oder entwickeln ebenfalls Medikamente gegen Hepatitis C. Auch Deutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim treibt früheren Angaben zufolge die Entwicklung eines neuen Mittels zur Bekämpfung von Hepatitis C voran. rtr

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