Milliardenverluste : Postbank verschmäht staatliche Rettung

Die Finanzkrise hat auch die Postbank schwer getroffen. Die Bank mit den meisten Kunden hierzulande braucht eine Milliarde Euro an frischem Kapital, wie das Institut mitteilte. Sie nimmt dabei die Hilfe des Mutterkonzerns Deutsche Post in Anspruch und verschmäht das Rettungspaket der Bundesregierung.

Postbank
Die Postbank kann der Finanzkrise nicht entkommen. -Foto: dpa

Bonn/FrankfurtDie Postbank musste im dritten Quartal ein Minus vor Steuern von 449 Millionen Euro hinnehmen, wie das Institut am Montag in Bonn mitteilte. Allein die Belastungen aus dem Engagement bei Lehman Brothers schlugen demnach mit 364 Millionen Euro zu Buche. Die Eigenkapitalquote der Postbank sank eigenen Angaben zufolge auf 5,5 Prozent. Die Quote ist entscheidend für die Kreditvergabe einer Bank. In den vergangenen Monaten war die Postbank im Vergleich zu anderen Banken relativ unbeschadet durch die Krise gesteuert.

Die Postbank-Mehrheitseignerin Deutsche Post erklärte, sie werde die Milliarden-Kapitalspritze zur Not komplett aus eigener Tasche bezahlen. Das Banken-Rettungspaket der Bundesregierung nimmt die Postbank damit nicht in Anspruch. Die Post selbst rechnet wegen der Finanzkrise für das laufende Jahr nur noch mit einem Vorsteuergewinn von 2,4 Milliarden Euro, zehn Prozent weniger als im Vorjahr und rund 17 Prozent weniger als bisher erwartet.

Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt auf schlechtesten Wert seit Mai 2003

Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Oktober auf 90,2 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit Mai 2003, wie das Münchner ifo-Institut mitteilte. Die Unternehmen bewerteten zwar ihre derzeitige Geschäftslage nahezu unverändert, sähen die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten aber "erheblich skeptischer." Die deutschen Unternehmen richteten sich auf eine rückläufige Geschäftstätigkeit ein, erklärte das ifo-Institut. Angesichts der trüben Aussichten für die europäische Wirtschaft stellte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, eine weitere Senkung des Leitzinses für die Euro-Zone in Aussicht. Es bestehe Spielraum für eine Zinssenkung, weil der Inflationsdruck in den Euro-Staaten nachgelassen habe, sagte er am Montag in Madrid. Die nächste EZB-Sitzung findet Anfang November statt. (sba/AFP)

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