Wirtschaft : Millionen für Berliner Biotechfirma

US-Pharmakonzern Pfizer will mit Noxxon Medikamente entwickeln

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Berlin - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer will künftig mit der Berliner Biotechnologiefirma Noxxon bei der Entwicklung von Medikamenten zusammenarbeiten. Das gab Noxxon am Donnerstag bekannt. „Dass ein Konzern wie Pfizer eingestiegen ist, zeigt, wie wertvoll unsere Technologie ist“, sagte Thomas Klein, Vorstandschef der Noxxon Pharma AG, dem Tagesspiegel. „Der Abschluss ist für uns wichtig, damit wir das machen können, was zu unserer Strategie gehört: Medikamente bis zu einer fortgeschrittenen klinischen Prüfphase selbst zu entwickeln.“ Nach Informationen aus Branchenkreisen beläuft sich der Umfang der Kooperation mit Pfizer auf bis zu 200 Millionen US-Dollar (166 Millionen Euro). Die beteiligten Unternehmen wollten das nicht kommentieren.

Noxxon ist dabei, sich vom Forschungsunternehmen zum Pharmahersteller zu entwickeln. Grundlage dafür ist die eigene, patentgeschützte so genannte Spiegelmer-Technologie. In einem mehrstufigen Verfahren werden dabei Nukleinsäuren erzeugt, die krankheitsauslösende Proteine, also Eiweißstoffe, blockieren. Diese Technologie soll bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs helfen. Noxxon arbeitet unter anderem mit Schering zusammen.

Pfizer werde in den kommenden Jahren mit dem Berliner Unternehmen kooperieren, hieß es in einer Mitteilung. Bei Forschungserfolgen werden so genannte Meilenstein-Zahlungen fällig, eine in der Branche übliche Form der Kooperation.

In der Wissenschaft wird die Zusage von Pfizer als gutes Zeichen gewertet. „Wir sehen ein erhebliches Potenzial für diese Technologie, das bisher im klinischen Bereich noch nicht ausgeschöpft ist“, sagte Bertram Wiedenmann, Mediziner und Vorsitzender des Koordinierungsausschusses für klinische Studien an der Charité. Spiegelmere seien sowohl für Diagnostika als auch für Therapeutika sehr gut geeignet.

Nach Angaben von Noxxon-Chef Klein gibt es derzeit Verhandlungen mit weiteren Unternehmen über eine mögliche Kooperation. „Ich rechne damit, dass wir in den kommenden zwölf bis 15 Monaten einen weiteren Deal mit einem großen Pharmapartner abschließen.“ Mit wem er verhandelt, wollte er allerdings noch nicht verraten.

Klein, der bisher rund 45 Millionen Euro von Risikokapitalgebern eingesammelt hat, schließt für die Zukunft einen Börsengang als Option nicht aus. „Spätestens 2010 sind wir reif für die Börse.“

Das Unternehmen mit Sitz im Biotechnologiepark Charlottenburg hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 000 Euro erzielt und dabei einen Verlust von 5,5 Millionen Euro gemacht. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis zum Jahresende von derzeit 25 auf 30 steigen. pet

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