Wirtschaft : Millionenstrafe für Bankers Trust

NEW YORK / FRANKFURT (MAIN) (AP/AFP). Das von der Deutschen Bank gekaufte US-Geldhaus Bankers Trust ist wegen Bilanzfälschung rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 60 Mill. Dollar (umgerechnet knapp 110 Mill. DM) verurteilt worden. Diese Entscheidung eines US-Bundesrichters bestätigte die Deutsche Bank am Dienstag in Frankfurt.Nach Überzeugung von US-Richter John Koeltl vom südlichen New Yorker Bezirksgericht hatte das Institut Bankers Trust, das im Juni mit der Deutschen Bank fusionierte, seinen Gewinn durch die Einbeziehung nachrichtenloser Konten erhöht. Die nachrichtenlosen Vermögen hätte die US-Bank an den Staat abgeben oder zumindest den Versuch unternehmen müssen, das Geld seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben, hieß es. Bankers Trust soll die Manipulation zugegeben haben.Das Urteil kam zwei Wochen nach der Anklage gegen drei ehemalige Bankers-Trust-Mitarbeiter, die zwischen 1989 und 1996 insgesamt 15,5 Mill. Dollar nicht geltend gemachter Kundenkonten als Bankgewinn verbucht und so die Geschäftszahlen geschönt hatten.Die Deutsche Bank wies darauf hin, daß die Geldstrafe bereits überwiesen worden sei. "Wir glauben, daß die von Bankers Trust vor der Übernahme eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen zusammen mit den Kontrollen und der Unternehmenskultur der Deutschen Bank sicherstellen werden, daß solche Dinge nicht wieder vorkommen", hieß es. Die Staatsanwaltschaft teilte unterdessen mit, die gesetzwidrig als Bankeinkommen verbuchten Millionen seien inzwischen wieder umgebucht worden.Die Deutsche Bank hatte Bankers Trust erst im vergangenen Juni für neun Mrd. Dollar gekauft. Sie ist seitdem - gemessen an der Bilanzsumme - zumindest vorübergehend die größte Geschäftsbank der Welt. Die französischen Banken Société Générale, Paribas und Banque Nationale de Paris würden das Frankfurter Geldinstitut allerdings bei einem Erfolg ihrer beabsichtigten Fusion vom Spitzenplatz verdrängen.

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