• Mineralölpreise: Erhöhungen treiben deutsche Inflation nach oben - Im Juni wird womöglich EZB-Höchstmarke überschritten

Wirtschaft : Mineralölpreise: Erhöhungen treiben deutsche Inflation nach oben - Im Juni wird womöglich EZB-Höchstmarke überschritten

Die gestiegenen Preise für Mineralölerzeugnisse haben im Juni einen starken Anstieg der Lebenshaltungskosten in Deutschland bewirkt. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, stieg die Inflationsrate im Juni um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach 1,4 Prozent im Mai. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise um 0,6 Prozent nach einem leichten Rückgang um 0,1 Prozent im Mai. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Jahresteuerung nur 0,9 (Mai 0,6) Prozent betragen, teilte das Bundesamt weiter mit. Nach der harmonisierten Berechnungsmethode der EU betrug der Preisanstieg 2,0 Prozent im Jahres- und 0,7 Prozent im Monatsvergleich. Die Jahresrate lag damit an der Grenze zu der Inflationsmarke von zwei Prozent, bis zu der nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) Stabilität gewährleistet ist.

Leichtes Heizöl hatte sich nach Angaben des Bundesamtes im Jahresvergleich um 51,5 Prozent, Gas um 15,1 Prozent und Zentralheizung und Fernwärme um 20,3 Prozent verteuert. Verbilligt haben sich dagegen Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, die um 0,8 Prozent niedriger lagen als ein Jahr zuvor. Die Strompreise gingen im Juni sogar um 8,8 Prozent zurück, was das Bundesamt auf die Öffnung des Strommarktes zurückführte. Bei der Aufschlüsselung nach alten und neuen Bundesländern meldete das Amt eine durchschnittliche Preissteigerungsrate von 1,9 Prozent für das frühere Bundesgebiet sowie 1,7 Prozent in den neuen Ländern. Die Diskrepanz sei auf die geringere Bedeutung des Heizöls in Ostdeutschland zurückzuführen, hieß es.

Derweil zeichnet sich für die Euro-Zone eine Juni-Inflationsrate ab, die die EZB-Höchstmarke deutlich übersteigt. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte rechnen für den Monat mit einem Rekordhoch von 2,2 Prozent. Vergangene Woche hatte EZB-Präsident Wim Duisenberg gewarnt, in den kommenden Monaten würden die Verbraucherpreise durch den verzögerten Effekt von höheren Importpreisen belastet, deren Ursache der schwache Euro-Wechselkurs sowie die hohen Energiepreise seien.

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