Mineralölwirtschaft : Ölpreis wieder gestiegen - Benzin unverändert

Durch die Rettung des US-Konzerns AIG sind die Ölpreise am Mittwoch wieder gestiegen. Bei den Benzinpreisen tat sich hingegen nichts. Sinkende Zahlen am Ölmarkt in Rotterdam lassen aber auf günstigere Preise an der Zapfsäule hoffen.

New YorkDie Ölpreise sind am Mittwoch nach der Rettung des US-Versicherungskonzerns AIG wieder gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im Oktober kletterte auf 94,34 US-Dollar, das waren 3,19 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur November-Auslieferung stieg um 2,97 Dollar auf 92,19 Dollar. Seit Juli waren die Ölpreise massiv gesunken.

Sprecher der Mineralölwirtschaft sagten, die Senkung der Einkaufskosten sei voll an die Verbraucher weitergegeben worden. Während die Einkaufskosten für Benzin seit dem Höchststand Anfang Juli um neun Cent gesunken seien, fiel der Benzinpreis an den Tankstellen im gleichen Zeitraum demnach um elf Cent. In den vergangenen Tagen haben sich die Benzinpreise aber kaum bewegt. Am Mittwoch mussten die Autofahrer im bundesweiten Durchschnitt für einen Liter Benzin 1,49 Euro und für Diesel 1,37 Euro bezahlen.

Hoffnung auf fallende Preise an der Zapfsäule

Zugleich machte die Mineralölwirtschaft Hoffnung auf fallende Preise: Die Notierungen am europäischen Ölmarkt in Rotterdam, die letztlich für die deutschen Benzinpreise entscheidend sind, bewegten sich seit Montagnachmittag nach unten. Das könnte sich im Laufe der Woche an den Zapfsäulen bemerkbar machen.

Der Ölpreis war in den vergangenen Tagen vor allem wegen der Finanzmarktkrise und den erwarteten negativen Folgen für die Konjunktur gesunken. "Durch die Rettung des US-Versicherungskonzerns AIG ist der extreme Pessimismus am Markt etwas zurückgegangen", schrieb die Commerzbank am Mittwoch in einem Kommentar. Zugleich verwiesen die Experten auf neue Risiken beim Ölangebot. So habe sich bislang weitgehend unbeachtet die Sicherheitslage im weltweit achtgrößten Ölförderland Nigeria deutlich verschärft. Regierungsangaben zufolge belaufen sich die Förderausfälle aufgrund von Anschlägen in den letzten Tagen auf 115.000 Barrel pro Tag. 

"Ölkrieg" in Nigeria und Hurrikans verschlimmern Lage

Die Bewegung zur Befreiung des Nigerdeltas (Mend) hatte am Sonntag einen "Ölkrieg" ausgerufen und nach eigenen Angaben bereits eine Ölförderanlage zerstört. Auch die vorübergehenden Förderausfälle im Golf von Mexiko durch den Hurrikan "Ike" machten sich zunehmend bemerkbar.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl-exportierender Länder (Opec) ist unterdessen erneut kräftig gesunken und unter die Marke von 90 US-Dollar gefallen. Ein Barrel habe am Dienstag 86,69 Dollar gekostet, teilte das Opec-Sekretariat am Mittwoch in Wien mit. Das waren 4,57 Dollar weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells. (kk/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben