Wirtschaft : Minimal wird Rewe – und größer

Einzelhändler plant auch in Berlin neue Märkte

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Berlin - Der Einzelhändler Rewe will in diesem Jahr rund zehn neue Supermärkte in Berlin eröffnen. Dass die Berliner insgesamt mehr Lebensmittel kaufen, erwartet der Konzern nicht, stattdessen stelle sich Rewe hier – wie auch bundesweit – auf einen Verdrängungswettbewerb ein, sagte Vorstandsmitglied Josef Sanktjohanser dem Tagesspiegel am Rande einer Veranstaltung am Montag in Berlin. „Der Konzentrationsprozess geht weiter“, sagte Sanktjohanser. „Wir stellen uns dem Wettbewerb.“ Deutschlandweit will der Konzern in den nächsten fünf Jahren 600 Märkte entweder neu eröffnen oder in „Rewe“ umbenennen.

Der Kölner Konzern hatte gestern bundesweit 3000 Supermärkte, die zuvor als Minimal, HL Stüssgen oder Otto Mess firmierten, in „Rewe“-Märkte umbenannt. Für Vorstandsmitglied Sanktjohanser war es nur ein kurzer Zug an der Leine, als er gegen Mittag vor einem Minimal-Supermarkt in Steglitz das neue rot-weiße Logo enthüllte. Für den Konzern war es auch ein großer Schritt auf dem Weg zu einer neuen Strategie.

Durch den bundesweit einheitlichen Auftritt für die fast 12 000 Märkte will die Nummer zwei im deutschen Lebensmitteleinzelhandel die Kosten deutlich senken. Auch die Sortimente sollen neu zusammengestellt werden. So soll der Anteil von Eigenmarken (Ja, Füllhorn) in den nächsten Jahren von derzeit 20 auf 50 Prozent steigen. Deren Preise sollen „auf Aldi-Niveau“ gesenkt werden, sagte Sanktjohanser. Damit will die Kölner Supermarktkette die Discounter angreifen. Nach Einschätzung Sanktjohansers wird der Marktanteil von Aldi-Lidl und Co in Deutschland, der bei etwas mehr als 40 Prozent liegt, nicht mehr wachsen. „In Deutschland haben wir den Zenit erreicht.“ Discounter sind nach Angaben des Kölner Handelsinstituts EHI im ersten Halbjahr (flächenbereinigt) um zwei Prozent gewachsen, Supermärkte dagegen um vier Prozent. pet

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