Wirtschaft : Ministerium dementiert Tagesspiegel-Bericht als "wilde Spekulation"

Das Bundesfinanzministerium hat Berichte dementiert, der deutsche Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser solle wegen Widerstandes aus zwei wichtigen Partnerstaaten nicht Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Der Tagesspiegel hatte am Dienstag unter Berufung auf IWF-Kreise gemeldet, anstelle Koch-Wesers solle ein Brite Nachfolger des Franzosen Michel Camdessus werden. Bei diesen Angaben handele sich um eine "wilde Spekulation", sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Berlin. Er betonte, in der Frage solle abgewartet werden, bis die zuständigen Gremien entschieden hätten. Finanzminister Hans Eichel (SPD) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Entscheidungsphase solle in der zweiten Januarhälfte anlaufen. Nach Tagesspiegel-Informationen wandten sich die USA und Frankreich gegen Koch-Weser. Der gebürtige Brasilianer hat demnach keine Aussicht mehr darauf, im kommenden Jahr an die Spitze des IWF zu rücken. Eichel hatte am Donnerstag erklärt, er habe beim ersten Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs aus den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern, der so genannten G-20-Gruppe, in Berlin "viele Ermutigungen" für eine Kandidatur Koch-Wesers erhalten. Aus Kreisen der deutschen G-20-Delegation war verlautet, bei der Konferenz habe sich eine breite Unterstützung abgezeichnet.

IWF-Generaldirektor Camdessus scheidet nach 13 Jahren im Februar vorzeitig aus dem Amt. Den IWF-Chef stellen traditionell die Europäer, im Gegenzug wird das Präsidentenamt bei der Weltbank von einem Amerikaner besetzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar