Misshandlungsvorwürfe : H&M-Lieferant schlägt Fabrikarbeiter

Schwere Vorwürfe gegen den Bekleidungskonzern H&M: Laut Informationen des ARD-Magazins "Report Mainz" werden Mitarbeiter eines H&M-Zulieferbetriebs aus Bangladesch körperlich misshandelt. H&M hält dennoch an der Zusammenarbeit mit der Fabrik fest.

H&M Foto: dpa
Der schwedische Bekleidungskonzern H&M steht in der Kritik. -Foto: dpa

HamburgArbeiter eines H&M-Lieferanten in Bangladesch haben nach einem Bericht des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" schwere Vorwürfe wegen ihrer Arbeitsbedingungen erhoben. Wie das Magazin vor der Ausstrahlung des Beitrags in einer Pressemitteilung vorab mitteilte, beklagten sich entlassene Fabrikarbeiter und Näherinnen der Textilfabrik "House of Sunshine" über Nötigung, Erniedrigungen und Schläge durch Vorarbeiter. Die Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka produziere seit langem für den schwedischen Modekonzern H&M.

Zwei freie Tage im Monat

In einer Stellungnahme an "Report Mainz" räumte H&M Deutschland "weitreichende Probleme und Schwierigkeiten" bei der Umsetzung des Kodex ein, was bei mehreren Besichtigungen der Fabrik beobachtet worden sei. H&M habe daraufhin ein Auswechseln des Management der Firma durchgesetzt. Dies habe zu "vielversprechenden Verbesserungen" geführt. Der "übermäßige Einsatz von Überstunden" sei aber nach wie vor ein Problem. H&M habe dennoch entschieden, die Zusammenarbeit mit "House of Sunshine" fortzusetzen.

In der Fabrik arbeiten nach den Angaben etwa 1700 Menschen. Die Arbeiter würden zudem zu Überstunden gezwungen, die die gesetzliche Höchstgrenze regelmäßig überschritten. Oft müsse sieben Tage in der Woche gearbeitet werden. Pro Monat würden nur zwei freie Tage gewährt. Die berichteten Zustände verstoßen nach den Angaben gegen geltende Rechtsvorschriften, internationale Standards und auch den H&M-Verhaltenskodex für Lieferanten. (iba/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben