Wirtschaft : Misstrauen der Anleger sitzt tief Konjunkturdaten im Blickpunkt

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Düsseldorf (tas/os). Positive Konjunkturdaten helfen derzeit nicht viel. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt für die EU-Staaten im ersten Quartal eine Wirtschaftsbelebung anzeigt und auch der Ifo-Geschäftsklimaindex eine Wachstumsbeschleunigung in Deutschland signalisiert, sitzt das Misstrauen der Anleger tief. Selbst ein verbesserter Einkaufsmanagerindex und ein deutlich gestiegener Vertrauensindex in den USA schafften es nicht, die Käufers zu überzeugen. Und das, obwohl dies eine verstärkte Erholung der amerikanischen Wirtschaft signalisiert. Zu schlecht ist die Stimmung an den Finanzmärkten, und auch bei positiven Nachrichten suchen die Anleger noch das Haar in der Suppe.

Derzeit werden die Börsen vor allem von der Sorge um einen möglichen Atomkrieg im indisch-pakistanischen Kaschmirkonflikt und eine Zuspitzung der politischen Lage im Nahen Osten bestimmt. Hinzu kommt die Furcht vor neuen Terror-Attacken in den USA. Deswegen rechnen zahlreiche Wertpapierstrategen in dieser Woche weiterhin mit einem Stimmungstief an den Börsen. So rechnet die DZ Bank mit weiterem Abgabedruck an den europäischen Börsen. Gleichzeitig würden sich risikoorientierten Anlegern aber auch Chancen auftun, da sich das Bewertungsniveau der Märkte verbessert habe.

Die Commerzbank empfiehlt den Anlegern, bei Aktienkäufen selektiv vorzugehen: „Weil zündende Ideen fehlen, wird der Markt in den kommenden Wochen zur Konsolidierung neigen“, schreibt die Bank in ihrem Ausblick. Auch von den Unternehmen kommen keine Impulse. Die Quartalsberichterstattung der Firmen ist nahezu vorbei und von den Hauptversammlungen sind keine Neuigkeiten zu erwarten. Am Dienstag lädt der Konsumgüterhersteller Beiersdorf seine Aktionäre ein, am Donnerstag folgt die Deutsche Post und der Energieversorger RWE in.

Einige bedeutende Nachrichten kommen von der Konjunkturseite. Am Dienstag wird die Europäische Arbeitslosenquote erwartet, am Freitag kommen die offiziellen Beschäftigtenzahlen aus Deutschland und den USA.

Aus der Sicht der Charttechniker sind für die kommenden Wochen zwei Szenarien wahrscheinlich: Entweder Dax bewegt sich weiter seitwärts, was zunächst steigende Kurse bis zu 5128 Punkte zur Folge hätte, bevor es wieder bergab geht. Oder der übergeordnete Abwärtstrend setzt sich gleich durch. In diesem Fall würde der Dax nach einer kurzen Erholung die 4730-Punkte-Linie nach unten durchstoßen und die nächste Unterstützung bei 4500 anpeilen. Aus Sicht der Chartisten kann vorsichtigen Anlegern zu Käufen nicht geraten werden.

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