Wirtschaft : Mit 1000 Talern fing es an

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Mit einem Möbelwagen voll Waren und einem Startkapital von 1000 Talern gründete Rudolph Karstadt 1881 sein erstes „Tuch, Manufactur- und Confektionsgeschäft“ in Wismar. Seine Idee: Statt mit den Kunden zu feilschen nahm er Festpreise und Barzahlung. Sein Geschäft hatte Erfolg: 1906 hatte er 24 Kaufhäuser in Norddeutschland. In den zwanziger Jahren baute Karstadt am Berliner Hermannplatz das damals modernste Kaufhaus Europas mit einer Fläche von 72000 Quadratmetern auf neun Etagen. Um sich Kapital zu beschaffen, ging der Konzern an die Börse. Doch die Weltwirtschaftskrise brachte Karstadt an den Rand des Ruins.

DAS WIRTSCHAFTSWUNDER

Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte das Unternehmen eine Renaissance. Das Konzept des Vollsortiments in einem Haus traf den Nerv der Zeit. Im Jahr 1956 hatte Karstadt wieder 49 Filialen. 1977 übernahm Karstadt den angeschlagenen Versandhändler Neckermann.

Als die Kaufhauskette Hertie 1994 ins Straucheln geriet, griff Karstadt zu und übernahm die Häuser. Die Kaufhäuser des Konzerns leiden zunehmend unter der Konkurrenz durch Discounter und Einkaufszentren auf der grünen Wiese.

DIE KRISE

1999 erwarb die Familie des Quelle-Gründers Schickedanz die Karstadt-Mehrheit und fusionierte die AG mit Quelle. Doch der Kurs des Konzerns – branchenfremde Zukäufe wie die Sportstudiokette Karstadt Fit oder die Kooperation mit Starbucks – erwies sich als nicht glücklich. Jetzt soll Christoph Achenbach (46) aufräumen – der dritte Vorstandschef in vier Jahren. drz/HB

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