Wirtschaft : Mit 19 Chef

Sebastian Stietzel gründete eine Softwarefirma

Fritz Niemann

Von der Schulbank in Mecklenburg-Vorpommern direkt auf den Chefsessel einer Softwarefirma. Ihren Traum haben sich die Computerfreaks Sebastian Stietzel (24), Mathias Schiewe (25) und Stephan Brodkorb (25) vor sechs Jahren erfüllt und das Unternehmen Creative Technical Visions (CTV) gegründet. CTV produziert individuelle Softwarelösungen für Marketing und Vertrieb – etwa Besucherinformationssysteme oder Systeme zum richtigen Management von Inhalten in Zeitungsredaktionen.

Hauptsitz des Unternehmens ist seit Frühjahr 2004 Berlin. Insgesamt arbeiten an vier Standorten zehn Mitarbeiter für CTV. Der Schritt, ihr Hobby zum Beruf zu machen, hat sich gelohnt. Ohne konkrete Geschäftszahlen zu nennen, erzählt Marketing-Leiter Stietzel von den Erfolgen der Firma. So sei die vor knapp zwei Jahren eingeführte Ticketingsoftware Tixoo „sehr erfolgreich“, mit der sich Kunden ihre Konzert- oder Musicaltickets zu Hause per Internet kaufen und direkt auch selbst ausdrucken können. Die Software habe schon viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Das System wird mit Partnern seit 2003 bundesweit vertrieben. Nach dem Erfolgsrezept von CTV gefragt, sagt Stietzel nach kurzer Bedenkzeit nur: „Bescheidenheit“. Im Gegensatz zu vielen anderen Start-Ups sei man „immer auf dem Teppich geblieben“.

Das wird auch von Branchenkennern bestätigt. Luftschlösser sind nicht das Ding von Stietzel. Der selber betont außerdem, das Unternehmen habe sich nie auf kurzfristigen Erfolgen ausgeruht. Das sei vor allem im Softwarebereich wichtig. „Ohne kontinuierliche Weiterentwicklung geht es nicht“, sagt Stietzel. Und Weiterentwicklung heißt – bei aller Bescheidenheit – auch Wachstum. Im kommenden Jahr sollen weitere Standorte eröffnet werden. Sogar ins Ausland will CTV dann expandieren.

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