Wirtschaft : Mit dem Auto in die Ferien: Viele sind schlecht versichert

WOLFGANG BÜSER

Urlaub im Ausland kann teuer werden - vor allem für Autofahrer. Auch ein Unfall, der von dem deutschen Feriengast nicht verschuldet wurde, kann ärgerliche Überraschungen bringen. Denn zu den Sprachschwierigkeiten kommt manchmal hinzu, daß die Versicherungssummen des ausländischen Unfallbeteiligten nicht ausreichen. Probleme bereiten darüber hinaus Unterschiede im Schadenersatzrecht.So sind die gesetzlichen Deckungssummen gering - oft sogar ungenügend, beispielsweise in Bulgarien (25 000 DM für Personen- und 15 000 DM für Sachschäden); und in der Türkei (14 200 DM für Personen- und 2400 DM für Sachschäden). Ist ein Schaden höher als die Versicherungssumme des Urlaubslandes und der Unfallverursacher nicht freiwillig höherversichert, so kann zwar der nicht gedeckte Teil des Schadens unmittelbar vom Schädiger verlangt werden. Doch ist dies vielfach ein zeitraubendes (wie aussichtsloses) Unterfangen. Mietwagenkosten werden vielfach nur bei beruflicher Nutzung des Fahrzeugs gezahlt. Solchen Tatsachen kann gelassener entgegensehen, wer sich vorher informiert (der Autoversicherer schickt ein entsprechendes Infoblatt) - und gegebenenfalls vorgesorgt hat.Rentieren kann sich eine private Unfallversicherung, die bei bleibenden Personenschäden eintritt und Leistungen der gegnerischen Haftpflicht nicht anrechnet.Eine Vollkaskoversicherung (die speziell für den Urlaub abgeschlossen werden kann) ersetzt die Schäden am eigenen Fahrzeug, gleichgültig, wer sie verursacht hat - Teilkaskoschäden inklusive.Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten und besorgt den deutschsprachigen Anwalt im Ausland.Die "Grüne Versicherungskarte" leistet nach wie vor gute Dienste - etwa in Bulgarien, Italien, Polen, Rumänien und in der Türkei.Autofahrer, die nicht über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung verfügen und mit eigenen Bemühungen nach einem Autounfall im Ausland keinen Erfolg haben, können sich an das deutsche Büro "Grüne Karte" wenden - vorausgesetzt, der Unfall hat sich in der Europäischen Union, Norwegen, Kroatien, Slowenien, Ungarn oder der Schweiz ereignet. Das Büro hilft bei der Ermittlung des zuständigen Haftpflichtversicherers und des Kfz-Halters sowie bei der Beschaffung polizeilicher Ermittlungsakten und medizinischer oder technischer Gutachten. Je nach Aufwand kostet der Service 65 bis 165 DM.Wer auf der Urlaubsreise erkrankt, einen Unfall oder eine Panne hat oder sein Fahrzeug durch Diebstahl verliert, der erhält Hilfe über seinen Autoschutzbrief oder die Schutzbrief-Versicherung: in Form von Pannen- und Abschlepphilfe, Ersatzteilversand ins Ausland, Übernahme von Übernachtungskosten, Rückreise mit Bahn oder Mietwagen - bis hin zur Bereitstellung eines Rettungsflugzeugs.

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