Wirtschaft : Mit dem Rad in das Büro Arbeitgeber fördern

das Pendeln per Drahtesel

Vorbild. Hans-Christian Ströbele von den Grünen fährt per Rad zur Arbeit.Foto: dpa
Vorbild. Hans-Christian Ströbele von den Grünen fährt per Rad zur Arbeit.Foto: dpaFoto: dpa

Streiks bei der Bahn, Verspätungen im Nahverkehr und Staus – es gibt viele gute Gründe, das Rad anderen Verkehrsmitteln vorzuziehen. Immer mehr Berufstätige sehen das offenbar ähnlich, denn die Zahl der radelnden Pendler steigt. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland nutzen nach Angaben des Instituts für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Fahrrad täglich für den Weg zur Arbeit. Diese jüngste Erhebung stammt aus dem Jahr 2008. „Im Vergleich zur vorherigen Studie von 2002 entspricht das einem Plus von 1,4 Prozent“, erklärt die Untersuchungsleiterin Katja Köhler.

Inzwischen gibt es auch einige Initiativen, die das fördern. Norbert Sanden ist Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Hessen und betreut betreut seit 2002 das Projekt „Bike + Business“, das im Zuge des Radverkehrsplans im Rhein-Main-Gebiet ins Leben gerufen wurde. Die Aktion zielt darauf, mehr Pendler aufs Rad zu bringen.

18 Unternehmen und Stadtverwaltungen mit insgesamt rund 40 000 Beschäftigten nehmen aktuell an dem Programm teil. Einer dieser Betriebe ist Ericsson Telekommunikation in Frankfurt am Main. „Bei uns machen 50 Mitarbeiter mit“, sagt Doris Spohr von Ericsson. 2009 hat sich das Unternehmen in das Projekt eingeklinkt und seitdem zum Beispiel Fahrradständer und Umkleidekabinen für die radelnden Angestellten geschaffen.

„Nur rund 100 der 1200 Kollegen kommen derzeit regelmäßig mit dem Rad“, sagt Daniela Hinkel vom Frankfurter Reiseveranstalter DER. Auch ihre Firma will die Fahrradmobiltät stärker fördern. „Sicherlich wäre es auch gut, wenn das Management radelnd mit guten Beispiel vorangehen würde“, sagt Hinkel. Das Hauptargument der Radler seien finanzielle und gesundheitliche Gründe.

Wie gesund Radeln tatsächlich ist, hat Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln untersucht. Zahlreichen Alltagsbeschwerden könnten dadurch vorgebeugt werden, sagt er: Bereits von kurzen Strecken profitiere der Kreislauf.

Der ADFC sieht allerdings in der Infrastruktur noch Nachholbedarf. Viele Radwege seien nicht für schnellere Fahrräder wie die immer populäreren E-Bikes ausgelegt, stellt Verkehrsreferent Wilhelm Hörmann fest. Stephan Schreyer vom Zweirad Industrieverband (ZIV) glaubt, dass sich künftig verstärkt Pendler für die Räder mit elektrischem Zusatzantrieb interessieren werden: „Wer weniger schwitzen will und dennoch schnell ins Büro möchte, für den ist das E-Bike ideal.“dpa

www.bikeandbusiness.de

www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de

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