Wirtschaft : Mit dem Vertrauen in eine Volkswirtschaft steigt der Kurs einer Währung

jhw

Wäre eine Volkswirtschaft vollkommen abgeschlossen von der Umwelt, dann bräuchte man keinen Devisenmarkt, auf dem Währungen ge- und verkauft werden. Doch je verflochtener eine Wirtschaft ist, je mehr Güter aus- und eingeführt werden und je mehr Kapital über die Grenzen fließt, umso wichtiger wird der Kurs der Währung. Von ihm hängt der Wohlstand eines Landes ab. Denn wenn der Kurs sinkt, so wie es in den asiatischen Krisenländern vor zwei Jahren passierte, dann können sich die Menschen immer weniger ausländische Waren leisten, während sie für eigene Produkte auf den Exportmärkten immer weniger erlösen. Abrupte Änderungen der Kurse haben immer dramatische Folgen. Auch ein permanenter Anstieg des Wechselkurses, so wie er jetzt beim Yen zu beobachten ist, setzt die Unternehmen unter Druck. Denn ihre Waren werden im Ausland immer teurer - und weniger konkurrenzfähig. Der Kurs einer Währung steigt immer dann, wenn das Vertrauen in eine Volkswirtschaft wächst. So ist es jetzt auch in Japan: Mit der Aussicht auf einen konjunkturellen Aufschwung verbessern sich die Prognosen für japanische Unternehmen. Also lohnt es sich, deren Aktien zu kaufen. Wer zugleich das Ende des jahrelangen Aufschwungs der US-Wirtschaft und der US-Börse erwartet, schichtet sein Depot um, verkauft US-Aktien und kauft japanische Aktien. Für diese Transaktion muss er auf dem Devisenmarkt zugleich Dollar verkaufen und Yen kaufen. Und der Euro? Solange die Aussichten in Japan besser scheinen als jene in Euroland, wird der Yen den Euro weiter abhängen.

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