Wirtschaft : Mit einem blauen Auge ins Wochenende

Die europäischen Aktienbörsen haben am Freitag gelassen auf den Einbruch der New Yorker Börse reagiert.Obwohl der Dow-Jones-Index am Donnerstag abend um rund 235 Punkte oder mehr als zwei Prozent abgesackt war, hielten sich die Verluste an den deutschen Börsen in engen Grenzen.Der Dax ging nach ruhigem Geschäftsverlauf mit einem Minus von gut 15 Punkten aus dem Parketthandel.

Als Ursache für den starken Rückgang des Dox Jones hatten Händler die Befürchtungen einer baldigen Zinserhöhung in den USA sowie die Konflikte im Kosovo und in Kaschmir genannt.

Der Deutsche Aktienindex hatte seine relative Stärke vor allem dem künftigen Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom zu verdanken.Auch die Papiere der Preussag stützten das Kursbarometer.Am Nachmittag sorgte dann die wieder festere Eröffung der Wall Street - der Dow-Jones-Index war in der ersten Stunde des Handels um 23,57 Punkte gestiegen - für etwas mehr Optimismus auf dem Parkett.Allerdings war der Handel zu diesem Zeitpunkt in Erwartung des verlängerten Wochenendes in den USA schon sehr gering.

Zugute kam der Kursrutsch in den USA dem Euro.Dieser war am Donnerstag erstmals unter die Marke von 1,05 Dollar gerutscht.Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs des Euro am Freitag nachmittag mit 1,0479 (Vortag 1,0473) Dollar fest: Ein Dollar entsprach demnach 1,8664 (1,8675) DM.Dennoch zeigte sich der künftige Bundesbank-Chef Ernst Welteke beunruhigt über die Entwicklung der Gemeinschaftswährung.Die Kursverluste müßten gestoppt werden, sagte der derzeitige Präsident der hessischen Landesbank dem US-Fernsehsender CNN.Dagegen betonte der amtierende Bundesbankchef Hans Tietmeyer, der Euro habe sich trotz der "mäßigen Abwertung" seit seiner Einführung Anfang des Jahres insgesamt gut entwickelt.Tietmeyer kritisierte die Versäumnisse einiger Euro-Staaten bei der Haushaltspolitik.Unter anderem sei Italien von den mittelfristigen Zielen des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts noch immer "eher entfernt"."Ich hoffe, daß die nationalen Haushaltspolitiken in der Zukunft ihre Verpflichtungen besser erfüllen werden."

Die asiatischen Märkte hatten außerordentlich empfindlich auf den Einbruch des Dow-Jones-Index reagiert.In Tokio sank der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Vormittag unter die psychologisch wichtige Marke von 16 000 Punkten.Schwächer tendierten auch die Börsen in Taiwan, Hongkong und Australien.In Taiwan fiel der Börsenindex um 0,36 Prozent, in Hongkong um über zwei Prozent und in Sydney um rund ein Prozent.

Auch die Notierungen an den Börsen in Lateinamerika wurden nach unten gezogen.Der größte Wertpapiermarkt des Subkontinents im brasilianischen Finanz-Zentrum Sao Paulo erlitt durchschnittliche Kursverluste von 2,75 Prozent.Der Bovespa-Index fiel dort um 309 auf 10 936 Punkte.In Mexiko gab der IPC um gut zwei Prozent nach.In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fiel der Sammelindex Merval derweil um 2,37 Prozent auf 506,57 Zähler, obwohl dort die Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Abwertung der Landeswährung Peso sowie die Angst vor einer Finanzkrise etwas schwächer geworden waren. Tsp

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