Wirtschaft : Mit Fitness-Apps und Hörhilfen

Berlins Start-Ups punkten bei Gründerwettbewerb.

von
Foto: promo
Foto: promo

Berlin - Am Anfang stand eine Beobachtung, die Ulrich Helker und Christopher Prüß, beide leidenschaftliche Hobbysportler, im Fitnessstudio machten: Trainingspläne wurden dort immer noch auf Papier geschrieben und konnten nur nach mündlicher Absprache mit dem Trainer überarbeitet werden. Das wollten die beiden nicht länger hinnehmen. „Wir wollten, dass Trainer effizienter arbeiten können, und dass der Trainierende laufend Rückmeldung über seine Fortschritte bekommt“, sagen sie.

Das Duo entwickelte eine App, die das sicherstellen soll: Hier können Sportler ihre Trainingsumfänge einspeisen, erhalten Empfehlungen zur Benutzung der Geräte, können Fragen an Trainer richten, die diese im Chat beantworten können, wenn im Studio einmal weniger los ist. Ein Konzept, das jetzt, da Helker und Prüß eine GmbH gegründet haben, ankommt: Im Rahmen des IKT-Gründerwettbewerbs, den das Bundeswirtschaftsministerium sowie die Verbände der Elektroindustrie und der Ingenieure veranstaltet haben, gewann ihre „fitcontext“ getaufte Firma einen von drei Sonderpreisen in der Kategorie „Internet der Dienste“.

Damit sind die beiden Jungunternehmer mit Sitz in Charlottenburg aber längst nicht die einzigen Berliner, die bei der Preisverleihung am Mittwoch auf der Cebit ausgezeichnet wurden. Drei der sechs Hauptpreisträger kommen aus Berlin, dazu noch zwei der sieben weiteren Preisträger und zwei von drei Trägern des Sonderpreises „Internet der Dienste“. „Innovative Ideen, die einen Produktivitätsvorteil bieten“ – was laut Wolfram Groß vom VDI/VDE für die diesjährige Auflage des Wettbewerbs gesucht wurde, scheint es in Berlin in Mengen zu geben.

Dass der Preis, der in der Hauptkategorie mit 30 000 Euro dotiert ist, für die Preisträger eine „Riesenchance“ ist, davon ist Christian Simon überzeugt. Seine Firma „Easy Listen“ hat einen Hauptpreis gewonnen. Mit der gleichnamigen Software können Filme so bearbeitet werden, dass Hörgeschädigte auch bei lauter Hintergrundmusik oder Actiongeräuschen das gesprochene Wort verstehen können – ohne dass normal Hörende beeinträchtigt werden. Eine Kinovorführung gab es nun bei der Berlinale – eine Version von Andreas Dresens „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ wurde dabei in „Easy Listen“-Technik gezeigt. Langfristig sei auch ein eigener Tonkanal bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern denkbar. Sollte es – nach mehr als zehn Jahren Forschung und Entwicklung – so weit kommen, weiß Simon, bei wem er sich zu bedanken hat: „Die Gründerlandschaft Berlin-Brandenburg hat uns wirklich sehr geholfen.“Johannes Schneider

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar