Wirtschaft : Mit Google auf den Mars

Internetkonzern bietet virtuelle Reisen mit der Nasa

Yasmin El-Sharif

Berlin - Eine Reise auf den Mars, in wenigen Sekunden und vom Kinderzimmer aus. Bald schon könnten die Träume kleiner Jungen wahr werden. Das zumindest verspricht der US-Internetkonzern Google, der mit Hilfe der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa künftig Ausflüge zum Mond und zum Mars anbieten will – virtuell, versteht sich.

Google und die Nasa verkündeten am Montagabend in den USA die Unterzeichnung eines Abkommens, das Google zukünftig ermöglichen soll, verstärkt auf Bilder und Daten der Nasa zurückzugreifen. Diese wiederum sollen dann Nutzern des weltgrößten Internet-Suchmaschinenbetreibers zur Verfügung gestellt werden.

Nicht nur virtuelle Flüge über die hügelige Mondoberfläche und durch die rissigen Schluchten des Planeten Mars sollen dann demnächst von zu Hause aus unternommen werden können. Auch sollen die Google-Nutzer den Flug der US-Raumfähren und der Internationalen Raumstation ISS in Echtzeit verfolgen und Satellitenbilder zur Wetterlage betrachten können. Nach Informationen von Google Deutschland soll der Internetanbieter nichts für den Nasa-Service zahlen müssen. „Soweit ich weiß, ist das ein Deal, der nicht auf finanzieller Basis abläuft“, sagte Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, dem Tagesspiegel.

Schon jetzt sind einige Bilder im Netz zu sehen. Unter www.google.com/mars und http://moon.google.com hat der Betreiber schon einige Bilder als Appetithäppchen bereitgestellt. Wer allerdings Fotos erwartet, die detaillierte Auskunft zur Beschaffenheit der Planetenoberflächen geben, wird enttäuscht. Das, was zu sehen ist, mutet eher nach bunten Wärmebildchen an. „Natürlich ist das was für Freaks“, räumte Google-Sprecher Keuchel ein. „Aber wir wollen unseren Nutzern eben nicht nur Bilder von der Erde, sondern auch von anderen Planeten zeigen können. Damit wollen wir ihnen möglichst viel Wissen zur Verfügung stellen.“ Wann das Projekt richtig starten soll, stehe derzeit aber noch nicht fest, meinte der Sprecher.

Das Abkommen zwischen Google und der Nasa soll auch noch auf weitere Geschäftsfelder ausgeweitet werden. So wollen beide in Zukunft etwa bei der Lösung von computerwissenschaftlichen Problemen zusammenarbeiten. Auch will die US-Raumfahrtbehörde das Internet-Unternehmen mit Daten für dessen animierte Weltkarte „Google Earth“ versorgen. Google hatte bereits im Jahr 2005 angekündigt, im Ames-Wissenschaftszentrum der Nasa in Nordkalifornien eine eigene Großanlage auf rund 90 000 Quadratmetern für die Forschung errichten zu wollen.

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