Wirtschaft : Mit Gratis-Telefonaten in die Offensive

BERLIN (dw).Die Herausforderer der Deutschen Telekom sehen Berlin immer mehr als Testmarkt für neue Marketing-Ideen.Jüngstes Beispiel: Econophone schenkt jedem neuen Telefonkunden in Berlin eine Stunde lang kostenloses Telefonieren.Die Gratis-Offerte verursacht Econophone Kosten von 9,60 DM pro Kunde - wenn dieser ein einstündiges, innerdeutsches Ferngespräch zur Hauptzeit führt.

Das seit Montag geltende Angebot kommt bei den Berlinern offenbar gut an.Innerhalb eines Tages hätten sich mehr als einhundert Interessenten gemeldet, sagte Econophone-Sprecherin Kerstin Schulz.Mit dem einmaligen Willkommensgeschenk für neue Preselection-Kunden und dem ebenso günstigen wie übersichtlichen Tarif will das Unternehmen groß ins private Endkunden-Geschäft einsteigen.Das von dem gebürtigen Berliner Alfred West gegründete US-Unternehmen Econophone ist der einzige Telekom-Herausforderer, der seine Deutschland-Zentrale in der Hauptstadt angesiedelt hat.

Wenn die Gratis-Offerte in Berlin auch in den nächsten Tagen erfolgreich ist, will Econophone das Angebot schrittweise auf Hamburg und Frankfurt (Main) ausdehnen, erklärte Unternehmenssprecherin Schulz.Gratis-Telefonieren entwickelt sich immer mehr zum zugkräftigsten Marketing-Instrument: Mobilcom hatte bereits zu Weihnachten kostenloses Telefonieren angeboten und damit weithin Aufmerksamkeit erregt.Auch die Firma Teleflash, die von Werbung unterbrochene Gratis-Telefonate anbietet, stößt mit dem Angebot auf große Resonanz.

Seit Anfang Februar gilt bei Econophone ein neues Tarifmodell.Innerdeutsche Ferngespräche kosten demnach tagsüber 16 Pfennig pro Minute und ab 18 Uhr abends 10 Pfennig.Besonders attraktiv wird das Angebot für Kunden, die einen gewissen Anteil an Auslandstelefonaten haben: Econophone bietet ein einminütiges Gespräch in die USA für 29 Pfennig an.Für 57 Pfennig kann man eine Minute lang nach Japan telefonieren.

Mit dem Mix günstiger Inlands- und Auslandstarife hat Econophone eine Marktnische besetzt, die das Unternehmen zügig weiter ausbauen will.Dabei will man demnächst auch stärker auf sogenannte Prepaid-Cards setzen: Im Einzelhandel erhältliche Telefonkarten, deren Beträge von 10, 25, 50 oder 75 DM die Kunden mit internationalen Ferngesprächen "abtelefonieren" können.Je nach Standort sinkt der Preis für ein einminütiges Ferngespräch in die USA auf 19 Pfennig pro Minute (plus Ortstarif).

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