Wirtschaft : Mit Konsumaktien den Aufschwung kaufen

Die Papiere von Metro, Douglas und Karstadt-Quelle sind kräftig gestiegen – die neue Kauflust macht Analysten optimistisch

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Metro: plus 90 Prozent. KarstadtQuelle: plus 65 Prozent. Douglas: plus 27 Prozent. Gemessen an den Kursgewinnen der Aktien binnen zwölf Monaten sind deutsche Handelskonzerne gefragter denn je. Konjunkturflaute und Käuferstreik, die den Unternehmen schwer zugesetzt haben, sind an der Börse schon Vergangenheit. Es wird nach vorne geschaut. 2004, so erwarten Analysten und Anleger, wächst die Wirtschaft wieder und die Nachfrage zieht an. Davon sollten vor allem Konsumwerte profitieren. Gute Chancen rechnen Experten der Douglas AG aus, die an diesem Donnerstag die Bilanz für das Rumpfgeschäftsjahr 2003 zieht. 22 von 28 Analysten empfehlen, die Aktie zu kaufen oder zu halten. Der Grund: Douglas konnte zuletzt das Geschäft mit Büchern (Thalia) und Parfüm deutlich ausweiten und so den Umsatzrückgang im Schmuckbereich ausgleichen. Außerdem regt die internationale Expansion die Fantasie der Börse an. Traditionell erwirtschaftet das Unternehmen seinen kompletten Jahresgewinn im Weihnachtsgeschäft. Und das, so die Experten, könnte wegen des besseren Konsumklimas positiver als 2002 verlaufen. Die WGZ-Bank setzt für die Aktie ein Kursziel von 26 Euro (aktuell: 23,95 Euro). Hoch im Kurs steht bei Analysten auch die Metro-Aktie. 24 von 47 Experten empfehlen das Papier zum Kauf, 18 raten, Metro-Aktien zu halten. Allerdings scheint das Aufwärtspotenzial angesichts der Kursgewinne im vergangenen Jahr begrenzt. WestLB Panmure gibt zu bedenken, dass das dritte Quartal auf Grund des Ausbleibens von Käufern während des heißen Sommers „nur durchschnittlich“ ausfallen dürfte. Positiv auf den Kurs könnte aber ein lange erwarteter Abschluss der Immobilienverkäufe wirken. Im Poker um das Immobilienvermögen des Handelskonzerns, das einen Wert von rund drei Milliarden Euro haben soll, ist nach einem Pressebericht nur noch ein Bieterkonsortium im Rennen.

Verhalten optimistisch zeigen sich Analysten bei Karstadt-Quelle. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (14) ist die Aktie so preiswert wie das Metro-Papier. Das wohl schwache Warenhaus- und Versandgeschäft dürfte dem Wert aber zu schaffen machen. WGZ-Analyst Sascha Tinnefeld tröstet sich deshalb mit einem Ausblick für 2004: Kursziel 26 Euro – das wären immerhin rund 13 Prozent mehr als heute. mot

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