Wirtschaft : Mit Rolls Royce ist kaum Geld zu verdienen

Analysten zu VW skeptisch

FRANKFURT (MAIN) (rtr).In ersten Reaktionen haben sich am Freitag morgen viele Analysten und Börsianer negativ über das Kaufinteresse des VW-Konzerns an Rolls-Royce geäußert."Das ist ein reines Prestigeobjekt und würde besser zu BMW passen", sagte ein Analyst.Auch Händler äußerten sich skeptisch über den Sinn einer Akquisition der britischen Nobelmarke durch VW.Der Aktienkurs von VW stieg anfangs trotz der negativen Einschätzung der Händler und Analysten um 22 DM auf ein Hoch von 945 DM, bröckelte dann aber wieder ab.BMW behaupteten sich dagegen. Nach Einschätzung einiger Analysten wäre für VW der Erwerb eines Nutzkraftwagenherstellers vor allem in Asien sinnvoller als der Kauf von Rolls Royce.Zwar sei VW gerade dabei, einen Zwölfzylindermotor zu entwickeln und habe diesen auf der Tokioter Automesse auch vorgestellt.Doch wisse man nicht, ob der Motor tatsächlich schon produktionsreif sei.Bisher liefert BMW die Motoren an Rolls Royce, hat sich aber bei einem Eigentümerwechsel einen Abbruch der Lieferungen vorbehalten.Viele Analysten verwiesen zudem darauf, daß VW vermutlich in seinem wichtigen Markt Brasilien Schwierigkeiten bekommen werde.Die dortige Finanzkrise, die die Regierung mit einem Spargrogramm meistern will, könnte auch das Ergebnis von VW auf mittlere Sicht belasten.Experten befürchten, daß das Sparprogramm Brasilien in eine Rezession stürzt.Die Börse in Sao Paulo ist daher seit Tagen unter Druck."Das verursacht mir erhebliche Bauchschmerzen", sagte ein Experte. Händler verwiesen weiter darauf, daß VW die für den 30.Oktober geplante Kapitalerhöhung kurzfristig verschoben hatte, nachdem der Aktienkurs unter den geplanten Bezugspreis von 1010 DM gerutscht war.Für eine erfolgreiche Kapitalerhöhung, hieß es in Wolfsburg, müsse der Kurs "fühlbar" über 1010 DM liegen.VW hatten Anfang Juli mit 1500 DM ihr Rekordhoch erreicht nach nur 626,50 DM zum Jahresanfang. Einig waren sich die Börsianer aber, daß VW über genügend flüssige Mittel verfüge, um den angeblichen Kaufpreis von 1,5 Mrd.DM für Rolls-Royce zu zahlen.Geld werde die Nobelmarke aber kaum bringen, hieß es.

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