Wirtschaft : Mit Tempo 380 aus Hennigsdorf

Bahn-Konzern Bombardier stellt neuen Hochgeschwindigkeitszug vor

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Berlin - Mit einem neuen Hochgeschwindigkeitszug will der kanadische Zughersteller Bombardier die bisherigen Marktführer Siemens und Alstom angreifen. Am Donnerstagabend stellte der Konzern in Hennigsdorf ein Modell des Zefiro 380 vor, der ab 2012 in China zum Einsatz kommt. Entwickelt wurde der bis zu 380 Stundenkilometer schnelle Zug größtenteils in dem brandenburgischen Werk, bis zu 200 Ingenieure sind nach Konzernangaben am Bau beteiligt.

Der Öffentlichkeit wird ein Modell des Zuges erstmals auf der Bahn-Messe Innotrans präsentiert, die übernächste Woche in Berlin stattfindet. Bombardiers Personenverkehrs-Chef Stéphane Rambaud-Measson bezeichnete den Zug als „wegweisendes Produkt“. Damit gehöre man zu den führenden Anbietern.

Weitere Varianten der Zefiro-Familie erreichen Geschwindigkeiten bis 250 sowie zwischen 300 und 360 Stundenkilometer. Seit 2007 habe das Unternehmen 160 Bestellungen im Hochgeschwindigkeitsbereich erhalten, hieß es. Vor allem China baut derzeit mit großem Aufwand sein Bahn-System aus. 40 Schnellzüge mit Tempo 250 fahren dort schon, weitere 40 sind in Arbeit. 80 Züge des nun vorgestellten Zefiro 380 hat das Eisenbahnministerium für 2,7 Milliarden Euro bei dem Unternehmen bestellt. Die Produktion findet in China im Rahmen eines Joint-Ventures statt – das ist meist die Bedingung der Volksrepublik bei der Vergabe derartiger Aufträge. Mit dem italienischen Trenitalia-Konzern verhandelt Bombardier, das seine Schienen-Aktivitäten von Berlin aus steuert, über die Lieferung von 50 Zügen.

Auch die Deutsche Bahn will sich ab 2014 neue Schnellzüge zulegen. Als einziger Verhandlungspartner ist Siemens verblieben. Doch die Vertragsunterzeichnung, die eigentlich für Juni vorgesehen war, verzögert sich wegen schwieriger Verhandlungen. Carsten Brönstrup

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