Wirtschaft : Mit zweistelligem Gewinnsprung an die Börse

Börseneinführung am 7.Juli soll eine Milliarde DM bringen

München (dpa).Die Pro Sieben Media AG, Unterföhring, steuert mit zweistelligen Wachstumsraten beim Umsatz und Gewinn als erstes deutsches TV-Unternehmen die Börse an.Die erste Notierung soll am 7.Juli erfolgen.Vorstandsvorsitzender Georg Kofler bekräftigte am Donnerstag, daß mindestens 1 Mrd.DM aus der Ausgabe von 17,5 Mill.Stück stimmrechtslosen 5-DM-Vorzugsaktien erlöst werden soll.Rechnerisch ergibt dies ein Ausgabekurs von mindestens 57 DM.Die Preisspanne zur Zeichnung der Aktien wird am 23.Juni bekanntgegeben.Der Konzern mit den beiden Sendern Pro Sieben und Kabel 1 soll auch 1997 mit einem zweistelligen Umsatz- und Ertragsplus besser als der Markt abschneiden.Der fast ausschließlich aus dem Verkauf von Werbezeiten erzielte Konzernumsatz stieg 1996 um 15 Prozent auf 1,692 Mrd.DM und der Vorsteuergewinn um 59 Prozent auf 177,6 Mill.DM.Im ersten Quartal 1997 lag der Konzernumsatz mit 479 Mill.DM um 17,5 Prozent über dem Vorjahr und der Vorsteuergewinn kletterte um 34 Prozent.Dies dürfe aber nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, warnte Kofler. Von dem Milliardenerlös aus dem Börsengang fließt nur ein kleiner Teil direkt dem Sender zu.Der Großteil geht an den Großaktionär Thomas Kirch, der sich auch an einer Kapitalerhöhung um 2,5 Mill.Stammaktien beteiligt.Insgesamt wird das Pro Sieben-Kapital um 25 Mill.DM erhöht.Nach der Kapitalerhöhung wird Thomas Kirch über 50 Prozent und die Rewe-Zentral AG, Köln, über 35 Prozent der Stammaktien halten.Die Vorzugsaktien sollen breit gestreut werden.Kofler kündigte eine "gewisse Tendenz zur Großzügigkeit gegenüber den Aktionären" an.Die erste Dividende werde für das 2.Halbjahr 1997 gezahlt. Er verteidigte mit Nachdruck die Unabhängigkeit bei der Programmplanung und dem Filmeinkauf.Es gebe keine Beeinflussung durch den Großaktionär Thomas Kirch, Sohn des Münchner Medienunternehmers Leo Kirch.Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre habe die Kirch-Gruppe rund 45 Prozent des Sendevolumens zugeliefert, etwa 20 bis 25 Prozent die Medienhandels AG (Metro/Beisheim-Gruppe).Das Programmvermögen des Konzerns wird für 1996 mit 1,43 Mrd.DM (plus 14 Prozent) beziffert, darunter sind 3700 Spielfilme.70 Prozent des Bedarfs bis zum Jahr 2000 seien bereits gedeckt.Scharf kritisierte Kofler ein angeblich von der Bertelsmann-Gruppe erstelltes Analysepapier zum Börsengang, wonach überhöhte Programmpreise beim Filmeinkauf zu einer Gewinnverschiebung zugunsten der Kirch-Gruppe führen könnten.

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