Mitarbeiter protestieren : Vodafone will in Stahnsdorf sparen

Der Mobilfunkanbieter will seine Call-Center in eine Servicegesellschaft auslagern. Betriebsrat und IG Metall informieren auf einer Betriebsversammlung

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Nach der Betriebsversammlung: Die Mitarbeiter protestieren. Sie wollen bei Vodafone bleiben und nicht in eine Servicegesellschaft ausgegliedert werden.
Nach der Betriebsversammlung: Die Mitarbeiter protestieren. Sie wollen bei Vodafone bleiben und nicht in eine Servicegesellschaft...Foto: Rüdiger Lötzer/ IG Metall

Berlin - Vodafone macht gerade Schlagzeilen, weil das Unternehmen sich von seinem US-Geschäft trennt, Kabel Deutschland übernimmt und mächtig in seine Infrastruktur investieren will. Doch die Mitarbeiter haben andere Sorgen. Gleichzeitig plant das Unternehmen nämlich seine Kundenbetreuung umzubauen und in eine Servicegesellschaft auszugliedern – zu anderen Konditionen. Keine Gehaltserhöhung in den kommenden Jahren, statt 38,5 künftig 40 Stunden in der Woche arbeiten und statt Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird es nur noch eine variable Prämie geben – so stellten Betriebsrat und IG Metall den betroffenen Mitarbeitern die Pläne der Geschäftsführung am Freitag bei einer Mitarbeiterversammlung in Stahnsdorf bei Berlin vor.

„Diese Pläne sind unerhört und völlig inakzeptabel“, sagte Andreas Rogsch, Betriebsratsvorsitzender von Vodafone Berlin. Insgesamt sind 2500 Mitarbeiter in den Call-Centern von Vodafone in ganz Deutschland betroffen, 600 von ihnen in Stahnsdorf. Vertreter der Geschäftsleitung waren am Freitag nicht eingeladen. Bei Vodafone heißt es nur, es gebe noch keinen Abschluss der Verhandlungen, insofern keinen neuen Stand. Nach wie vor sei die Ausgliederung der Kundenbetreuung in eine eigene Servicegesellschaft geplant, dabei stehe die Gehaltsstruktur auf dem Prüfstand. Damit reagiere das Unternehmen auf die veränderte Marktumgebung und den intensiven Wettbewerb. Auch andere Telekommunikationsanbieter haben ihre Call-Center ausgelagert. Vodafone argumentiert, dass es nicht darum gehe, Arbeitsplätze abzubauen oder die vorhandenen Gehälter zu kürzen, sondern es gehe vor allem darum, geringere Einstiegsgehälter zu vereinbaren.

Der Betriebsrat sieht das anders. Das geplante „Einfrieren“ der Gehälter und die variablen Gehaltsbestandteile liefen praktisch auf eine Gehaltskürzung hinaus. „Das haben die Leute jetzt verstanden“, sagte Rogsch. Der Betriebsrat wolle vor allem verhindern, dass die Mitarbeiter in eine Servicegesellschaft ausgelagert werden. Theoretisch braucht Vodafone dazu keine Zustimmung. Allerdings liegt der Organisationsgrad der Mitarbeiter nach Angaben von Rogsch bei etwa 60 Prozent. Die Verhandlungen gehen kommende Woche weiter, teilte die IG Metall mit. Am 8. Oktober berate die Tarifkommission der Gewerkschaft über das weitere Vorgehen. Corinna Visser

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