Mitarbeiterbespitzelung : Kameraüberwachung auch bei Burger King?

Gewerkschaft NGG hat angeblich Beweise.

Berlin/MünchenNicht nur der Discounter Lidl soll ein allzu waches Auge auf seine Mitarbeiter geworfen haben, auch die Schnellimbisskette Burger King hat ihre Angestellten angeblich mit Kameras überwacht. Es lägen „schriftliche Beweise vor, dass Burger King das Videoüberwachungssystem, das in allen 600 Restaurants installiert ist, zur Überwachung und Kontrolle der Mitarbeiter nutzt“, erklärte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Freitag in München. Dass es lediglich zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter verwendet werde, „war und ist gelogen“, sagte Freddy Adjan, der NGG-Geschäftsführer in München. Von dem Unternehmen war keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Burgerbrater war bereits Ende April in die Kritik geraten, weil er eine Wahlversammlung des Betriebsrats mit einer Kamera aufgezeichnet hatte. Das Unternehmen hatte eingeräumt, die Versammlung am 21. April in einer Münchner Restaurantfiliale aufgezeichnet zu haben. Dies habe aber nicht der Überwachung der Mitarbeiter gedient. Es gebe auch keine Anweisungen, die Arbeitnehmer zu bespitzeln.

Die Gewerkschaft NGG wirft dem Unternehmen nun vor, jedes Restaurant monatlich einer sogenannten „Internen Revision“ zu unterziehen, die einem festen Ablaufplan folge. Der Plan enthalte für den Prüfer folgende Vorgabe: „Überprüfung erste Stunde Sicherheitsvideo – Befolgen alle Manager die Richtlinien und Anweisungen? Befolgen alle Teammitglieder die Richtlinien und Anweisungen?“

Erst vor einigen Tagen hatte die Gewerkschaft im Streit um die Betriebsratswahlen einen Etappensieg gegen Burger King errungen. Das Arbeitsgericht München lehnte einen Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung zur Untersagung der Betriebsratswahl ab. Nach Angaben des Gerichts hat Burger King Rechtsmittel gegen die Entscheidung angekündigt. pet/dpa

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