Wirtschaft : Mitsubishi: Autohersteller verdoppelt seine Verluste

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Missmanagement und eine ungünstige Wechselkursentwicklung haben den japanischen Autohersteller Mitsubishi Motors Corp. tief in die roten Zahlen rutschen lassen: Der Autokonzern musste bei einem Umsatzrückgang von 1,5 Prozent auf 1,5 Billionen Yen einen Rekordverlust von 75,6 Milliarden Yen (rund 830 Millionen Euro) verbuchen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug das Minus 38,5 Milliarden Yen. Für das Gesamtjahr erwarte das Unternehmen nun einen Anstieg des Verlustausweises auf 140 Milliarden Yen, erklärte der neue Präsident Takashi Sonobe bei Vorlage der Halbjahresbilanz . Zu dem Umsatzrückgang kamen im Berichtszeitraum zusätzliche Verluste im operativen Bereich, wie außerordentliche Belastungen im Zusammenhang mit der Vertuschung von Mängelklagen und Rückrufaktionen (10,5 Milliarden Yen). Außerdem erfordern veränderte Rechnungslegungsvorschriften eine Aufstockung des Pensionsfonds (64,3 Milliarden Yen im ersten Halbjahr). Noch im Mai hatte Mitsubishi Motors damit gerechnet, zumindest im operativen Bereich für das Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben und so den Verlustausweis auf 70 Milliarden Yen begrenzen zu können. Das Unternehmen musste in Japan einen drastischen Absatzrückgang um 8 Prozent auf 241000 Fahrzeuge verkraften. Im operativen Bereich wurde dadurch erneut ein hoher Verlust von 19,3 (Vj. Verlust von 20,8) Milliarden Yen erwirtschaftet. Mitsubishi rechnet damit, dass der Imageschaden infolge des Vertuschungsskandals für den Zeitraum 2000/2001 im Inland zu einem weiteren Absatzrückgang um 50000 auf 545000 Fahrzeuge führen wird. Mit Ausnahme des nordamerikanischen Marktes, wo das operative Ergebnis auf knapp 21 Milliarden Yen verbessert werden konnte, schreibt Mitsubishi Motors jetzt in allen Großregionen rote Zahlen im operativen Bereich. Besonders auffallend ist hierbei der Rückgang von Umsatz und Erträgen in Europa. So schrumpfte in dieser Region der Absatz an Fahrzeugen um 27 Prozent , was die entsprechenden Erlöse um gut 28 Prozent auf 177,6 Milliarden Yen schrumpfen ließ. Diese ungünstige Entwicklung zwang zu einer massiven Drosselung der Produktion in den Niederlanden von 53000 Fahrzeugen im Vorjahr auf 38000 in der ersten Hälfte des laufenden Rechnungsjahres. Unter dem Strich verbuchte Mitsubishi Motors zwischen April und September auf dem europäischen Markt einen operativen Verlust von 13,3 Milliarden Yen. Die negativen Effekte der Wechselkursentwicklung sowie die Belastungen durch höhere Verkaufsaufwendungen und der Absatzrückgang konnten durch eingeleitete Kostensenkungen nur zu knapp zwei Dritteln kompensiert werden. Im Gesamtjahr werde dies, so das Unternehmen, sogar nur etwa zur Hälfte möglich sein. Hierbei geht Mitsubishi von einem Wechselkursniveau von 95 Yen/Euro aus. Sonobe machte darüber hinaus deutlich, dass es im kommenden Geschäftsjahr erneut zu ao. Belastungen kommen könnte. Ob es also tatsächlich dann bereits, wie ursprünglich geplant, unter dem Strich wieder zu einem Gewinnausweis kommt, muss deshalb als fraglich gelten. Zumindest bilanziell besteht dennoch Aussicht auf Verbesserung: So will der Autokonzern mit finanzieller Hilfe seines neuen Hauptaktionärs Daimler-Chrysler die Schulden bis zum Ende des Geschäftsjahres auf 1,3 Billionen Yen senken, nachdem zum 30. September rund 1,6 Billionen Yen Schulden angefallen waren. Mitsubishi verdoppelt seine Verluste

Schwacher Euro und Rückrufaktion nach jahrelangen Vertuschungen belasten die Bilanz des Autoherstellers

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