Wirtschaft : Mitsubishi spürt US-Flaute

Gewinneinbruch erwartet/Rekordergebnis im vergangenen Jahr

-

Tokio (bas/HB). DaimlerChrysler-Partner Mitsubishi Motors (MMC) rüstet sich für ein schwieriges Jahr. Japans viertgrößter Autobauer rechnet damit, dass die Gewinne in Nordamerika drastisch sinken werden. Ausgleichen soll diesen Rückschlag das Geschäft in Asien und Europa. So will es MMC-Chef Rolf Eckrodt dennoch schaffen, den Rekord-Nettogewinn aus dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr um sieben Prozent auf 40 Milliarden Yen (290 Millionen Euro) zu steigern – und das trotz eines fallenden Umsatzes auf 2,9 Billionen Yen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 3,9 Billionen Yen.

Durch die gegensätzlichen Entwicklungen in den USA und vor allem in China rechnet der Autobauer damit, dass die Gewinne aus dem Gebiet Asien (einschließlich Australien, Südamerika) die auf dem nordamerikanischen Markt übersteigen werden. In Europa soll der Konzern nach langen Verlustjahren endlich schwarze Zahlen schreiben.

„Mitsubishi Motors steht vor einem weiteren herausfordernden Jahr“, sagte Eckrodt bei der Bilanzvorlage in Tokio. „Die Marktlage ist in einigen Regionen sehr kritisch.“ Zwar sind wichtige Kernziele, die nach dem Einstieg von Daimler-Chrysler im Jahr 2000 ausgegeben wurden, erfüllt. Die Materialkosten sind um 15 Prozent gefallen, die Beschäftigtenzahl um 16 Prozent und die Produktionskapazitäten in Japan, wo Mitsubishi Motors noch immer hohe Verluste schreibt, um ein gutes Viertel gesenkt worden. Dennoch steckt MMC im Gegensatz zum Konkurrenten Nissan etwa, der Nummer drei des Marktes, noch mitten in der Umstrukturierung. Die meisten neuen Modelle kommen erst ab 2005 auf den Markt, und immer noch lähmt eine hoher Schuldenberg von mehr als 7,2 Milliarden Euro das Unternehmen.

Zudem spürt MMC deutlich, dass der US-Markt abkühlt. Eckrodt rechnet mit einem Anstieg der Preisnachlässe. Ein weiteres Problem ist der japanische Markt. Während MMC im abgelaufenen Geschäftsjahr im Ausland in allen Regionen zugelegt hat, fiel der Umsatz auf dem Heimatmarkt. Nur noch weniger als sieben Prozent des Marktes sind in MMC-Hand. Eine Dividende will Mitsubishi in diesem Jahr nicht zahlen. Zunächst müsse das Unternehmen weiter gestärkt werden, sagte Eckrodt. Daimler-Chrysler hält 37 Prozent an dem Autobauer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben