Wirtschaft : Mittal lockt Arcelor mit neuen Zugeständnissen

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London/Düsseldorf - Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel macht dem Luxemburger Konkurrenten Arcelor weit reichende Zugeständnisse. Damit könnte der seit Ende Januar andauernden Übernahmekampf in die entscheidende Phase gehen. Firmenchef Lakshmi Mittal erklärte sich am Dienstag in London bereit, die Mehrfachstimmrechte der Mittal-Familie am eigenen Unternehmen aufzugeben. Außerdem sollen die Führungsgremien eines fusionierten Konzerns paritätisch mit Vertretern beider Seiten besetzt werden. Mittal bot der Arcelor-Führung auch an, den Kaufpreis „marginal“ zu erhöhen, wenn sie einer Übernahme zustimmt.

Der Verwaltungsrat des Konzerns Arcelor, der im Jahr 2000 aus der Fusion der führenden Stahlhersteller Frankreichs, Spaniens, Belgiens und Luxemburgs entstanden ist, zeigte sich gestern allerdings unbeeindruckt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien Verhandlungen nicht sinnvoll, weil Mittal „keine neuen Informationen“ zur künftigen Strategie und dem Geschäftsmodell eines fusionierten Konzerns vorgelegt habe, sagte Arcelor-Verwaltungsratsmitglied John Castegnaro. Lakshmi Mittal reagierte zwar enttäuscht auf die erneute Absage und kritisierte, er könne bei Arcelor „keinen Willen erkennen, sinnvolle Gespräche zu beginnen, um eine einvernehmliche Transaktion zu erreichen“. Gleichzeitig bekräftigte er aber seine Entschlossenheit, die Übernahme voranzutreiben.

Branchenkreisen zufolge wollen die Börsenaufsichten der betroffenen Länder Frankreich, Belgien, Luxemburg und Spanien die formelle Prüfung der Mittal-Offerte am kommenden Dienstag abschließen. Beobachter erwarten, dass Mittal dann ein erhöhtes Angebot vorlegen wird.

Die Kernaktionäre von Arcelor sowie die Regierungen in Paris und Madrid lehnen Mittals Übernahmeversuch bislang strikt ab. Gelänge es Mittal, genügend Arcelor-Aktionäre auf seine Seite zu ziehen, entstünde der mit Abstand größte Stahlkonzern der Welt. dih/mjh/HB

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