Wirtschaft : Mitte 2001 will Europas zweitgrößter Flughafen seine Aktien notieren lassen - Rekordjahr 1999

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Auch die Frankfurter Flughafen AG (FAG) peilt den Börsengang an. Mitte 2001 will Europas zweitgrößter Flughafen seine Aktien notieren lassen. Allerdings sollen nur maximal 49 Prozent der Anteile gestreut werden. Die derzeitigen Aktionäre Stadt, Land und Bund wollten ihre Anteile behalten, sagte FAG-Vorstandssprecher Wilhelm Bender auf der Bilanzpressekonferenz am Freitag in Frankfurt. Der mit einer Kapitalerhöhung verbundene Gang an die Börse soll der FAG das notwendige Geld für den bis 2006 geplanten Bau einer weiteren Start- und Landebahn und die weitere Internationalisierung bringen.

Für den Börsengang sieht Bender die FAG schon jetzt bestens vorbereitet. Für 1999 legte er einen Rekordabschluss mit einem Gewinn nach Steuern von 138 Millionen Mark vor. Das war ein Drittel mehr als 1998. Vor Steuern kletterte das Ergebnis um 20 Prozent auf 349 Millionen Mark. Das Land Hessen, das 45 Prozent der Anteile hält, die Stadt Frankfurt (29 Prozent) und der Bund (25 Prozent) erhalten eine Dividende von 50 Millionen Mark. Mit einer Netto-Umsatzrendite von über fünf Prozent stehe die FAG, so Bender, besser da als viele börsennotierte Unternehmen. Derzeit sind weltweit acht Flughäfen an der Börse notiert.

Die Internationalisierung hat die FAG 1999 weiter fortgesetzt. Für Bender hängt davon der Erfolg des Unternehmens ganz entscheidend ab. Bis 2005 soll rund die Hälfte des FAG-Umsatzes aus dem Ausland kommen. "Die besten Plätze im globalen Flughafenmarkt werden innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre unter den Großen der Branche aufgeteilt sein. Und zu den drei Größten will die FAG bis zu diesem Zeitpunkt gehören". Derzeit ist die FAG weltweit an fast 50 Standorten als Flughafenbetreiberin, mit Tochtergesellschaften oder Beteiligungen aktiv, 1999 sind allein 20 dazugekommen. Dass man beim neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg nicht dabei sei, sei natürlich eine Enttäuschung. Dafür will die FAG mit Amsterdam und der dort verantwortlichen Schiphol Group gemeinsame Tochtergesellschaften aufbauen und bei Privatisierungen ein starkes Anbieterdoppel bilden.

Gleichwohl wird der Frankfurter Flughafen für die FAG weiter im Mittelpunkt stehen. Dass mittlerweile die Grundsatzentscheidung über den Bau einer weiteren Start- und Landebahn gefallen ist, begrüßt Bender ausdrücklich. Bis 2006 soll die Bahn gebaut werden, damit in Frankfurt dann pro Stunde 120 Starts und Landungen abgewickelt werden können. Derzeit sind es rund 80. Bis 2005 will die FAG ihren Umsatz auf sieben Milliarden Mark steigern und bei 494.000 Flugbewegungen rund 53,3 Millionen Passagiere betreuen. 1999 waren es fast 48,9 Millionen und damit über drei Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz war 1999 um fünf Prozent auf den Rekordwert von rund 2,6 Milliarden Mark gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten ging 1999 leicht auf knapp 12 600 zurück. Das Unternehmen investierte die Rekordsumme von rund 747 Millionen Mark, unter anderem in den neuen ICE-Bahnhof. Monatlich würden rund 300.000 Passagiere den Flughafen per ICE ansteuern. Im laufenden Jahr will die FAG weiter zulegen. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Passagiere um fünf Prozent, die Frachtmenge um über neun Prozent.

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