Wirtschaft : Mittelständler leben von der Forschung

BERLIN (olm).Die finanziellen Risiken innerhalb der globalen Forschungslandschaft sind unüberschaubar.Da gibt es für Deutschland keine Ausnahmetatbestände.Hans Wohlfart, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen AIF zieht Bilanz: Nur 30 Prozent Volltreffer, 30 Prozent Teilerfolge und der Rest teuer bezahlte Flops.Eine Alternative für die Aktivitäten der aus Bonner Fördertöpfen finanzierten AIF, die mit einem Jahresetat von rund 500 Mill.DM den Forschungsaufwand des deutschen Mittelstandes unterstützt, ist aber nicht in Sicht.Ohne Subventionen blieben die für den Mittelstand lebenswichtigen Forschungsansätze im internationalen Vergleich weit zurück.

Seit 1990 stieg die Beteiligung der Wirtschaft im AIF-Kernbereich "Industrielle Gemeinschaftsforschung" von jährlich 230 Mill.auf zuletzt über 450 Mill.DM.Innerhalb dieses Zeitraums wurden 3785 Forschungsvorhaben neu begonnen.Schwerpunkt der Arbeiten: Zukunftstechnologien.In einem weiteren AIF-Programm, der sogenannten "Forschungskooperation", das nach Auslaufen am 30.September 1998 auf ein Nachfolgeprojekt wartet, wurden in nur drei Jahren mit 800 Mill.DM rund 3 Mrd.DM der Wirtschaft initiiert.Präsident Wohlfart setzt hier auf die Versprechen der neuen Regierung, mehr Gelder zur Verfügung zu stellen.Noch steht der AIF-Etat für 1999 allerdings aus, und die Skepsis auch in den AIF-Etagen in Berlin und Köln ist groß, daß die Ressourcen für höhere Sprünge reichen.Wünschbar wäre - abgeleitet von den aktuell angekündigten Forschungsvorhaben - ein um 250 Mill.aufgestockter Jahresetat von insgesamt 750 Mill.DM.Eine Illusion? Die Vorstellungen des Präsidenten klingen realistischer: Für den AIF-Titel "Gemeinschaftsforschung" fordert Wohlfart bis 2000 eine Anhebung auf 200 Mill.DM und danach einen verbindlichen Zuwachs von jährlich 5 Prozent.Wie für andere Vorhaben gilt als Richtschnur auch hier die Formel: Ein Arbeitsplatz in der Forschung erhält sieben in der Wirtschaft.Ein Ende der Bescheidenheit wird man aus den Forderungen kaum ableiten können.Schließlich liegt der Etat für die den 108 AIF-Forschungsvereinigungen angeschlossenen 50 000 mittelständischen Unternehmen noch unter einem Prozent der gesamten bundesdeutschen Fördergelder.

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