Wirtschaft : Mittelstand erlebt keinen Aufschwung DIHK: Wachstum geht an kleinen Firmen vorbei

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Berlin Die aktuelle Konjunkturbelebung geht nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) am Mittelstand vorbei. Fast jeder dritte Mittelständler mit weniger als 500 Beschäftigten spricht derzeit sogar von einer schlechten Geschäftslage, geht aus dem am Freitag vorgestellten Mittelstandsreport des DIHK hervor. „Der binnenorientierte Mittelstand sieht sich kaum in der Lage, die gestiegenen Rohstoffpreise für Öl und Stahl an die Kunden weiterzugeben“, sagte Fritz-Wilhelm Pahl, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses des DIHK. Von der derzeitigen Konjunkturerholung profitieren vor allem exportorientierte Großunternehmen, hat die Umfrage unter mehr als 20000 Firmen ergeben.

Trotz der schlechten Umfrageergebnisse hält der DIHK an seiner Konjunkturschätzung für das laufende Jahr fest. Nach einem Zuwachs von 1,7 Prozent in den ersten sechs Monaten dürfte die Zuwachsrate im zweiten Halbjahr die Zwei-Prozent-Marke überspringen, sagte DIHK- Chefvolkswirt Axel Nitschke. In den kommenden Monaten gebe es mehr Arbeitstage als im Vorjahr, das wirke sich positiv auf das Wachstum aus. Die Antriebskraft des Exports nehme bis Jahresende ab – der konjukturelle Schub werde nachlassen. „2005 rechnen wir deshalb mit einer Zuwachsrate von 1,5 Prozent“, sagte Nitschke.

Auch die Bundesregierung bestätigte am Freitag ihre Prognose für das laufende Jahr und geht von einem Wachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent aus. Der Aufschwung werde an Breite gewinnen, heißt es im Konjunkturbericht. Die Industrieproduktion hat sich im Mai im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent erhöht. Die Binnennachfrage ist weiterhin flau, die deutsche Wirtschaft gewinnt nur durch den Export an Fahrt: Die Ausfuhren im Mai haben gegenüber April um 3,9 Prozent zugelegt. gd

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