Wirtschaft : Mittelstand ist Innovationslokomotive

Berliner und Brandenburger Betriebe mit Innovationspreis ausgezeichnet Berlin(mot).Die besten technischen Entwicklungen des Jahres 1996 in der Region Berlin-Brandenburg sind am Freitag mit dem Innovationspreis sowie den Sonderpreisen Umwelttechnik und - erstmals - Software ausgezeichnet worden.Der vor zwölf Jahren ins Leben gerufene Preis, der seit fünf Jahren gemeinsam von den Ländern Berlin und Brandenburg verliehen wird, versteht sich als Förderinstrument für kleine und mittelständische Unternehmen, die herausragende Innovationen präsentieren und marktfähig machen wollen.Entscheidend für die Preiswürdigkeit einer Innovation sind deren Neuigkeitswert, Marktfähigkeit und Nutzen für Mensch und Umwelt.Unter den 148 Bewerbungen wählte die Jury in diesem Jahr drei Berliner und drei Brandenburger Unternehmen als Preisträger aus. Der mit 60.000 DM dotierte Innovationspreis ging zu gleichen Teilen an die drei brandenburgischen Unternehmen LAS GmbH, Stahnsdorf, für die Verbesserung des Wirkungsgrades von Festkörperlasern, die ME-Meßsysteme GmbH, Kolkwitz, für die Entwicklung effizienterer Sensoren (Dehnungsmeßstreifen) zur Messung mechanischer Spannungen, sowie die IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH, Bergholz-Rehbrücke, die einen neuartigen Photobioreaktor entwickelt hat.Den mit 20.000 DM dotierten Umweltpreis teilen sich die Berliner Firmen Truck wash GmbH, für eine ressourcen- und energiesparende Waschstraße, und LAR Analytik & Umwelttechnik GmbH, die ein Biotestgerät für den Gewässerschutz vorstellt.Das Preisgeld von 20.000 DM für den Softwarepreis erhielt das ebenfalls in Berlin ansässige Unternehmen PRC Krochmann GmbH für ein Softwareprogramm zur Berechnung und Visualisierung von Beleuchtungsanlagen. Die Berliner Sieger auf den Gebieten Umwelt und Software seien eine Bestätigung für die Technologiepolitik des Landes Berlin, das diese Bereiche besonders fördere und für zukunftsweisend halte, sagte Peter Strieder, Senator für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie, am Freitag.Die Preisträger hätten bewiesen, wie mit marktwirtschaftlichen Anreizen umweltgerechtes und sparsames Wirtschaften möglich sei."Technikentwicklung unter ökologischen Vorzeichen kann zur ökonomischen Konsolidierung einen unverzichtbaren Beitrag leisten", so Strieder.Brandenburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher betonte, vor allem kleine und mittlere Betriebe hätten die Funktion der "Innovationslokomotive" übernommen.Rund 800 technologieorientierte Unternehmen seien in Brandenburg wieder aktiv, wovon etwa 80 Prozent weniger als 20 Mitarbeiter beschäftigten.Dreher bedauerte, daß die Forschungsabteilungen vieler Großunternehmen im Westen verblieben seien.Brandenburg werde sich weiterhin in der Förderung von Produkt- und Verfahrensentwicklungen engagieren und Risikokapital bereitstellen, um die Markteinführung von Innovationen zu unterstützen.Inzwischen halte etwa die Seed Capital GmbH Brandenburg, die sich in der Startphase an Technologieunternehmen beteiligt, Anteile an 13 Firmen. Nach den Worten von Horst Czichos, Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und Vorsitzender der Jury, zeichnete sich der diesjährige Wettbewerb durch eine besonders große Themenvielfalt aus.Zudem sei der Preis besonders bei jungen Unternehmensgründern auf Resonanz gestoßen.Auf die Erfolge ehemaliger Preisträger verwies der Vorsitzende des Wettbewerbs-Beirates, Gerhard Becker.So seien etwa in 38 Unternehmen insgesamt 650 Arbeitsplätze entstanden oder erhalten worden, wobei die Betriebe zwischen drei und 180 Mitarbeiter beschäftigten.Probleme bereiteten allerdings der Markteintritt und die dünne Eigenkapitalausstattung, die im Extremfall bei nur 15.000 DM liege.Wie wichtig die effizienten Technologien kleiner Innovationsträger insbesondere im Umweltbereich sind, betonte Werner Schenkel vom Umweltbundesamt.Globale Umwelteinwirkungen seien mit den vorhandenen Sensoren immer schwerer meßbar, der Zusammenhang von Ursache und Wirkung zunehmend komplexer."Der Innovationspreis sendet ein Signal: Umweltschutz ist ohne Technologieförderung nicht machbar", so Schenkel.

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