Wirtschaft : Mittelstand kann jetzt gut in Euro rechnen

FRANKFURT (MAIN) (ro).Der deutsche Mittelstand hat seine Vorbereitungen auf den Euro in den vergangenen Monaten verstärkt vorangetrieben.Jetzt sind die kleinen und mittleren Unternehmen wesentlich besser auf Euroland vorbereitet als Anfang des Jahres.

Gut 100 Tage vor dem Euro-Start steht nach den Ergebnissen einer Umfrage von Deutscher Bank und Emnid-Institut bei 1000 Firmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden für ein Viertel bis ein Drittel der mittelständischen Unternehmen fest, daß sie ab Januar 1999 ein Euro-Firmenkonto führen werden.Rund 70 Prozent der deutschen Unternehmen haben ihr Rechnungswesen schon weitgehend auf den Euro getrimmt.Fast die Hälfte aller Mittelständler wollen ihre Waren schon im Januar mit Preisen in nationaler Währung und in Euro auszeichnen.

Insgesamt haben sich der Umfrage zufolge zwischen 70 und 95 Prozent der Unternehmen mit den Auswirkungen des Euro auf ihr eigenes Haus befaßt, in Deutschland sind es 92 Prozent.90 Prozent der Mittelständler fühlen sich gut informiert.In Deutschland und Frankreich sind dafür offenbar vor allen die Banken verantwortlich.Dies sieht auch Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Carl von Boehm-Bezing so.Die Informationspolitik der Bundesregierung in Sachen Euro, so der Banker bei der Vorstellung der Umfrage, sei dagegen "eher bescheiden".Auch die Kommunen befassen sich nach Erkenntnissen der Deutschen Bank jetzt intensiv mit dem Euro.91 Prozent der Städte und Gemeinden in Deutschland hätten schon konkrete Schritte zur Euro-Einführung eingeleitet.

Mit Blick auf die öffentliche Verwaltung, etwa die Steuerbehörden, sei das Bild in Deutschland, so Boehm- Bezing, aber noch "sehr diffus".Dabei wären immerhin knapp 30 Prozent der Unternehmen bereit, ihre Steuern Anfang 1999 oder im Laufe des kommenden Jahres in Euro zu überweisen.Löhne und Gehälter wollen allerdings nur etwa sieben Prozent der Firmen schon 1999 in Euro zahlen.Die Deutsche Bank will damit im zweiten Quartal kommenden Jahres beginnen.

Daß die Umstellung nicht nur viel Einsatz, sondern auch viel Geld kostet, führt die Deutsche Bank vor Augen.Nach Angaben von Boehm- Bezing dürfte dies rund 400 Mill.DM ausmachen.Je früher Konten und Finanzverwaltung bei den Unternehmen umgestellt werden, desto besser.Damit, so Boehm-Bezing, könne viel Geld gespart werden.Der Banker bekräftigte, daß zumindest bei der Deutschen Bank die Umstellung von Konten von DM auf Euro in der Übergangsphase von Anfang 1999 bis Ende 2001 kostenlos sei.

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