Wirtschaft : Mittelstand: Kommentar: Der Mittelstand braucht Eigenkapital

Daniel Rhee-Piening

Die deutsche Wirtschaft schlägt Alarm. Schon heute hat jedes dritte mittelständische Unternehmen Schwierigkeiten, überhaupt einen Kredit von der Bank zu bekommen. Mit den in wenigen Jahren verschärften internationalen Richtlinien für die Kreditvergabe durch die Banken, dürfte diese Zahl noch weiter in die Höhe schnellen. Bundeskanzler Schröder, aufgeschreckt durch die Pleitewelle und im Wahlkampf, hat prompt eine Mittelstandsbank angekündigt. Sie soll in Zukunft den Bedrängten helfen. Doch selbst die Wirtschaft lehnt eine solche Bank ab.

Und Recht hat sie. Es gibt bereits heute staatlich kontrollierte Institute wie die Deutsche Ausgleichsbank oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die diese Aufgaben bereits zum Teil übernehmen. Man kann von ihnen allerdings verlangen, dass sie kreativer werden und flexibler reagieren. Zudem gibt es auf dem Markt bereits Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die unisono von einem verstärken Zulauf gerade der Mittelständler berichten. Es braucht also keine neuen Institute oder Institutionen, denn auch diese würden Mittelständlern, die etwa eine Eigenkapitalquote von drei bis 15 Prozent aufweisen, kaum einen Kredit bewilligen.

Hier muss die Politik ansetzen. Sie muss den Unternehmen, etwa durch eine Änderung der Steuergesetze, ermöglichen, Eigenkapital zu bilden. Sie muss die Voraussetzungen schaffen, dass in Deutschland Mittelstandsfonds gegründet werden, die den Betrieben Eigenkapital zur Vefügung stellen. Und sie muss aufklären, was sich hinter den Regeln von Basel II verbirgt. Wenn der Mittelstand wirtschaftlich stark ist, wenn die Unternehmer sich auf die neuen Anforderungen einstellen, bekommen die Betriebe auch Kredite.

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