Wirtschaft : Mittelstand sieht das Ende der Talfahrt erreicht

Wirtschaftsforscher erwarten keine weitere Verschlechterung der Lage / Verarbeitendes Gewerbe produziert im Dezember weniger

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Berlin (brö). Der deutsche Mittelstand spürt Anzeichen einer etwas besseren Wirtschaftslage. Daten zur Umsatz und Ertragslage sowie Erhebungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Konjunktur bei kleinen und mittelgroßen Betrieben zeigten „erste Stabilisierungsansätze“, erklärten am Montag mehrere Forschungsinstitute. Im Mittelstands-Monitor der Deutschen Ausgleichsbank (DtA), des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), des Verbands der Vereine Creditreform, des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sowie der KfW hieß es, die wirtschaftliche Lage des Mittelstands werde sich 2003 nicht weiter verschlechtern. Nennenswert besser werde sie aber auch nicht. Deshalb seien die Beschäftigungspläne der Unternehmen „von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt“.

Zum Mittelstand zählen 99 Prozent der deutschen Firmen. Das Wachstum im Mittelstand habe in den vergangenen drei Jahren immer mehr an Tempo verloren, schreiben die Ökonomen. Schuld daran sei die Ausrichtung auf das Inland, wodurch sich die Schwäche der Binnennachfrage besonders bemerkbar mache. Als Folge habe es in den alten Bundesländern „einen kräftigen Abschwung“ gegeben. Betroffen seien vor allem der Bau, der Einzelhandel, das Verarbeitende Gewerbe, der Großhandel und Dienstleister. In den neuen Ländern sei die Lage dagegen auf niedrigem Niveau relativ stabil. Insgesamt wolle jedoch nur noch ein Viertel der Mittelständler investieren. Vor zwei Jahren seien es noch doppelt so viele gewesen. Wegen der Wirtschaftsflaute gebe es immer weniger junge Firmen. Der Saldo aus Gründungen und Liquidationen habe sich gegenüber den neunziger Jahren deutlich verringert, heißt es im Mittelstands-Monitor. Allein in den Hightech-Branchen sei die Zahl der Gründungen noch so hoch wie Mitte der neunziger Jahre.

Unterdessen ist die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe deutlich gesunken. Bereinigt um Saisoneinflüsse nahm sie gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent ab, gab das Bundeswirtschaftsministerium am Montag bekannt. Im Gesamtjahr 2002 sank das Produktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent. Ein besonders starkes Minus gab es in der Bauwirtschaft. Der Rückgang im Dezember fiel stärker aus als von Experten erwartet. Für November hatte das Ministerium noch einen Anstieg von 2,4 Prozent der Produktion in den Fabriken gemeldet. Allerdings habe es im Dezember deutlich weniger Arbeitstage gegeben als in anderen Jahren üblich. Das habe zu einem größeren Arbeitsausfall als üblich geführt.

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