Wirtschaft : Mittelstand verpflichtet die Arbeitsämter

BONN (sm/HB).Eine zügige Besetzung offener Stellen hat die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) von den Arbeitsämtern gefordert.Der Mangel vor allem an Fachkräften führe zu einem Verlust beim Wirtschaftswachstum in Höhe von ein bis 1,5 Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts, erklärte Peter Jungen, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Industrie der MIT, in Bonn.

Gemeinsam mit dem CSU-Steuerexperten Hans Michelbach forderte Jungen die Arbeitsämter auf, bei der Vermittlung effizienter vorzugehen.Sie schlugen Prämien als Anreize für erfolgreiche Vermittler und eine konsequente Anwendung der Zumutbarkeitsregeln vor.Auch die privaten Arbeitsvermittler seien aufgerufen, sich stärker bei der Vermittlung "am breiten Arbeitsmarkt" einzusetzen, forderten die Mittelstandspolitiker.Der Mangel an Fachkräften führt nach Einschätzung von Jungen nicht nur zu einer deutlichen Minderung des Wirtschaftswachstums.Nach seiner Überzeugung hängt auch der Abbau der Arbeitslosigkeit entscheidend von größeren Vermittlungserfolgen ab."Wenn es gelungen wäre, die seit Februar zugewachsenen offenen Stellen zu besetzen, hätten wir jetzt höchstens 3,9 Millionen Arbeitslose", erklärte Jungen.

Derzeit gebe es in Westdeutschland die höchste Zahl an offenen Stellen seit 25 Jahren und in Gesamtdeutschland die höchste Zahl seit der Einheit.Es gehe nicht an, daß bei über vier Millionen Arbeitslosen jede offene Stelle in Deutschland im Durchschnitt 46 Tage unbesetzt bleibe, kritisierte Jungen.Er verwies auf Schätzungen, nach denen es neben den 500 000 bei den Arbeitsämtern gemeldeten offenen Stellen noch 800 000 bis eine Million weitere freie Arbeitsplätze in Deutschland gebe.In der Steuerpolitik wollen die Mittelstandspolitiker in der kommenden Wahlperiode zwei Reformen durchsetzen.Zum 1.Januar 2000 solle die große Steuerreform gemäß den Petersberger Beschlüssen mit einer Nettoentlastung von 30 Mrd.DM in einer Stufe in Gang gesetzt werden, erklärte Michelbach.In einem zweiten Reformpaket solle eine gerechte Besteuerung von Vorsorgeaufwendungen und Alterseinkünften verwirklicht werden.

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