Wirtschaft : MLP-Aktie bricht nach Gerüchten über Bilanztricks ein

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Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP ist am Donnerstag nach Gerüchten über Bilanzierungstricks eingebrochen. Das Heidelberger Unternehmen wies alle Vorwürfe strikt zurück. Das Anleger-Magazin "Börse Online" wirft dem Unternehmen, dessen Aktien im Dax notiert sind, vor, durch Geschäfte mit Rückversicherern den Gewinn künstlich aufgebläht zu haben. Allein aus dem Vorsteuer-Gewinn von 151 Millionen Euro für 2001 sollen fast 59 Millionen Euro aus rechtlich zwar einwandfreien, aber geschickt angelegten Geschäften mit Rückversicherern stammen. Angeblich ist MLP so auch ein Schuldenberg von 150 Millionen Euro entstanden.

MLP-Chef Bernhard Termühlen wies die Vorwürfe am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Frankfurt entschieden zurück. Es gebe bei MLP keine kurzfristige Vertragsoptimierung, es gebe keinen Schuldenberg und keinerlei Rückzahlungsverpflichtungen. "Alles in der MLP-Bilanz steht auf rechtlich einwandfreier Basis. Wir wählen den konservativsten Weg der Bilanzierung".

Den Recherchen von "Börse Online" zufolge habe der Heidelberger Finanzdienstleister einen Teil seiner neu abgeschlossenen Lebensversicherungen an Rückversicherer weitergegeben. Mit derartigen Transaktionen ließen sich junge, schnell wachsende Lebensversicherungen die hohen Abschlussprovisionen an ihre Vermittler finanzieren. Im Gegenzug würden sie den Rückversicherungen einen Anteil an den künftigen Prämieneinnahmen abtreten. Nach Ansicht von "Börse Online" handelt es sich dabei im Grunde um "Darlehen" der Rückversicherer.

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