• MLP-Aktie bricht nach neuen Vorwürfen ein Finanzdienstleister weist Verdacht der Bilanzmanipulation zurück

Wirtschaft : MLP-Aktie bricht nach neuen Vorwürfen ein Finanzdienstleister weist Verdacht der Bilanzmanipulation zurück

NAME

Berlin (Tsp). Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP ist nach neuen Gerüchten um dessen Bilanzen am Montag erneut eingebrochen. Das MLP-Papier verlor bis Börsenschluss in einem schwachen Markt elf Prozent auf 6,15 Euro. Im vergangenen halben Jahr büßte die MLP-Aktie sogar über 80 Prozent ihres Wertes ein. Mit dem deutlichen Rückgang der Marktkapitalisierung droht MLP jetzt der Abstieg aus dem Auswahlindex Dax der 30 wichtigsten deutschen Börsenwerte.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte berichtet, MLP habe seinen Gewinn durch eine fingierte Lebensversicherung aufgebläht. Danach gehe die Staatsanwaltschaft Mannheim Hinweisen nach, dass die MLP-Bilanz des Jahres 2001 mit einer Provision von 60 Millionen Euro für eine Lebensversicherung manipuliert worden sein könnte. Die Lebensversicherung über die Summe von einer Milliarde Euro soll der MLP-Aufsichtsratschef und Mitgründer des Unternehmens, Manfred Lautenschläger, über MLP beim Kölner Versicherer Gerling für seine 26-jährige Tochter abgeschlossen haben. Die Provision über 60 Millionen Euro sei an MLP zurückgeflossen und als Gewinn verbucht worden.

Die Vorwürfe wies der Finanzdienstleister am Montag in scharfer Form zurück. Die Behauptungen seien „eindeutig unwahr“. Lautenschläger stellte klar, dass er keine Versicherung bei Gerling abgeschlossen habe. Die Versicherungssumme für die Lebensversicherung seiner Familie, für das Ehepaar Lautenschläger und seine fünf Kinder, betrage 12,7 Millionen Euro. Gegen das Nachrichtenmagazin „Focus“ prüfe MLP jetzt rechtliche Schritte, sagte ein Sprecher. Lautenschläger: „Wir sind nicht bereit, uns in dieser Sache gütlich zu einigen.“

Der Mannheimer Staatsanwalt Hubert Jobski wollte nicht bestätigen, dass in der Sache gegen MLP ermittelt werde. Die Staatsanwaltschaft führt zwei Verfahren gegen MLP. Ein Fall beschäftigt sich mit möglichen Insidergeschäften im September 2000, als MLP-Papiere von Stamm- in Vorzugsaktien umgewandelt wurden. Ein anderes Verfahren dreht sich um die Frage, ob der Finanzdienstleister seine „wirtschaftliche Situation unrichtig dargestellt hat“.

Nach dem drastischen Kursverfall der MLP-Aktie droht dem Finanzdienstleister jetzt der Rauswurf aus dem Börsenindex Dax. In der von der Deutschen Börse AG am Montag veröffentlichten Rangliste der Aktienindizes für den Monat September fällt MLP in Sachen Marktkapitalisierung, also die Zahl der frei verfügbaren Aktien multipliziert mit dem Börsenkurs, von Rang 38 auf 49. Die Börse kann Firmen zum Ende eines Quartals aus dem Dax entfernen, wenn diese nicht mehr zu den 45 größten oder umsatzstärksten Gesellschaften gehören.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben